Für mögliche Zinserhöhung

Fed beschäftigte sich mit Maßnahmen

Fortgeführte Konjunkturmaßnahmen mit dem Ziel, die Arbeitslosigkeit zu verringern, bergen nicht die Gefahr eines ungewollten Sprungs der Inflationsrate in sich. Diese Meinung vertraten zuletzt die US-Währungshüter der Federal Reserve, wie das Protokoll zur Sitzung des Offenmarktausschusses vom 29. und 30. April belegt. Es wurde am späten Mittwoch in Washington veröffentlicht.

Mit einer Inflation, die weiterhin deutlich unter dem Ziel von 2 Prozent gesehen wird, bekommt es der Ausschuss nicht mit einem “Konflikt zwischen seinen Zielen bei Beschäftigung und Inflation zu tun”, hieß es.

Die Währungshüter beobachten derzeit ganz genau, welche Fortschritte auf dem Weg zur Vollbeschäftigung gemacht werden - während sie den Zeitpunkt für die erste Leitzinserhöhung seit dem Jahr 2006 abwägen.

Bislang hatte die Fed lediglich angedeutet, dass der Leitzins wahrscheinlich für eine “beträchtliche Zeit” nach dem Ende ihres Anleihekaufprogramms niedrig bleiben wird. Das Programm dürfte dieses Jahr auslaufen.

Bei ihrer Sitzung sahen sich die Währungshüter Präsentationen von Mitarbeitern der Notenbank zu der Frage an, welche Werkzeuge eventuell genutzt werden könnten, um kurzfristige Kreditkosten unter Kontrolle zu halten - wenn die Fed den Zins tatsächlich über 0 Prozent anhebt.

Zu den vorgeschlagenen Werkzeugen zählen laut Protokoll Zinsen auf Überschussreserven, die Termineinlagen-Fazilität und Übernacht-Reverse-Repurchase-Vereinbarungen. Der Verkauf von Assets wurde nicht erwähnt.

Bei ihrem März-Treffen hatten die Fed-Vertreter ihr Versprechen aufgegeben, die Zinsen mindestens so lange niedrig zu halten, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt und der Ausblick für die Inflation nicht 2,5 Prozent übersteigt. Im April war die US-Arbeitslosenquote auf das 5-Jahres-Tief von 6,3 Prozent zurückgegangen, nach 6,7 Prozent im Vormonat.

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