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Getsafe-Chef Christian Wiens im Gespräch „Für uns ist ein Börsengang eine ernst zu nehmende Alternative“

Christan Wiens von Getsafe
Christan Wiens von Getsafe: Den IPO im Kopf | Foto: Getsafe

Das Investment: Zuerst das 55 Millionen Euro frisches Kapital und jetzt die Bafin-Lizenz – welche konkreten Ziele haben Sie für die Expansion?

Christian Wiens: Wir sehen uns derzeit Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Österreich an. Eine genaue Entscheidung ist noch nicht gefallen – in diesem Jahr werden wir keinen weiteren Markt mehr in Angriff nehmen. Im kommenden Jahr wollen wir dann in ein oder sogar mehrere Länder expandieren.

Die Hürden würden Sachversicherer wurden angehoben. Worauf mussten Sie im Lizensierungsprozess besonders achten?

Wiens: Das lässt sich so nicht beantworten. Die Finanzaufsicht kommt ihrer Aufgabe nach und schützt die Verbraucherinnen und Verbraucher. Insofern begrüßen wir die neuen Regularien, auch wenn der Prozess dadurch etwas länger dauerte als erhofft. Wir werten es als positives Signal, dass uns die Bafin die Zulassung erteilt hat.

Was dürfen Sie jetzt, was Sie vorher nicht durften?

Wiens: Als Assekuradeur arbeiten wir mit Partnern zusammen, deren Lizenz wir leihen und die mit uns gemeinsam etwa die Preise festlegen. Als eigenständiger Sachversicherer können wir freier agieren und Innovationen schneller umsetzen. Beispielsweise können wir nun unabhängig von Dritten die Dauer reduzieren, die es braucht, um einen Schaden zu regulieren. Davon abgesehen ändert sich für unsere Kunden aber nichts.

Wie wollen Sie es zukünftig schaffen, die Bearbeitungsdauer von Schadenfällen zu reduzieren?

Wiens: Schon heute haben wir einen hohen Automatisierungsgrad in unseren Prozessen. Künftig fallen Schnittstellen zu externen Partnern weg, sodass wir unsere Technologie noch stärker nutzen können. Hinzu kommt, dass wir sehr viele Berührungspunkte mit unseren Kunden haben und daher in der Lage sind, feinere Risikoprofile zu erstellen. Wenn Kunden als vertrauenswürdig eingestuft werden, können wir Schäden daher schnell auszahlen.

Swiss Re hat Ihnen bereits viel Geld gegeben. Wird die Kooperation auch operativ erweitert?

Wiens: Swiss Re ist ein strategischer Partner, mit dem wir bereits im vergangenen Jahr beim Kfz-Produkt kooperierten. Nun ist die Swiss Re auch der Rückversicherer für unseren neuen Sachversicherer.

Haben Sie keine Angst, in ein paar Jahren von einem großen Versicherer geschluckt zu werden?

Wiens: Nein. Wir sind sicher für traditionelle Versicherer spannend. Aber wir sehen ein großes Potenzial für unser Geschäftsmodell und wir wachsen schnell. Daher ist für uns ein Börsengang in etwa drei Jahren eine ernst zu nehmende Alternative.




Über den Interviewten:
Christian Wiens gründete im Jahr 2015 das Insurtech Getsafe. Zwischen 2011 und 2014 leitete er das Geschäft der Dinner-Plattform Gourmeo.

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