Funny Friday: Renditeregen mit Gottes Segen

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Hedge-Fonds-Manager aus den USA wollten den Wertzuwachs ihrer Fonds offenbar mit kirchlichem Beistand ankurbeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Manager hätten auf fallende Aktienkurse des Versicherungsunternehmens Fairfax Financial aus dem kanadischen Toronto gesetzt. Um sicherzugehen, dass die Kurse auch wirklich in den Keller gehen, schrieben sie angeblich an den Pfarrer einer Kirchengemeinde in Toronto.

„Lieber Pater“, soll der Brief vom November 2005 begonnen haben. „Die beigefügten Dokumente werden Ihnen aus Sorge um die Finanzen der Kirche zugeschickt.“ Denn einer der Finanzverwalter der Kirchengemeinde treibe ein betrügerisches Spiel – und zwar Prem Watsa, der Chef von Fairfax Financial. Angeblich führe er die Aktionäre seines Unternehmens hinters Licht. „Seien Sie auf der Hut, Pater, seien sie skeptisch und bitten Sie Herrn Watsa, ein volles Geständnis abzulegen“, soll es in dem Brief weiter geheißen haben. Darunter der Absender P. Fate – zu Deutsch: P. Schicksal.

Hätte der Pfarrer Watsa zum Geständnis bewegt, wäre das trotz der Schweigepflicht sicher nicht lange geheim geblieben. Der darauf folgende Skandal hätte den Aktienkurs der Versicherung wahrscheinlich gedrückt, und die Wetten der Fondsmanager wären aufgegangen. Doch soweit kam es nicht: Denn P. Fate schickte den Brief nicht nur an den Pfarrer, sondern auch an Watsa. Dieser witterte eine Verschwörung gegen sein Unternehmen und reichte Klage gegen die Fondsmanager ein. Am 6. September 2007 beginnt der Prozess vor einem Gericht im US-Bundesstaat New Jersey.