Fusion von Kraft und Heinz

Warren Buffett kauft Ketchup-Riesen

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Die Aktionäre von Kraft werden in der Transaktion 49 Prozent der Aktien an dem vereinten Konzern erhalten sowie eine Sonderdividende in Höhe von 16,50 Dollar je Aktie in bar. Berkshire und 3G wollen zudem weitere 10 Milliarden Dollar in die neue Kraft Heinz Co. investieren.

„Das ist meine Art einer Transaktion: zwei Unternehmen von Weltklasse zu vereinen und Shareholder-Value zu schaffen“, erklärte Buffett in der Mitteilung. Er sei begeistert über die Aussichten für das kombinierte Unternehmen.

An Synergiepotenzial rechnen 3G und Berkshire unter anderem mit Kosteneinsparungen von etwa 1,5 Milliarden Dollar bis Ende 2017. Ab 2017 wird ein positiver Beitrag zum Gewinn je Aktie erwartet.

Alex Behring, Vorsitzender von Heinz und Managing Partner von 3G wird Vorsitzender von Kraft Heinz. Der Vorsitzende und CEO von Kraft, John Cahill, wird Vizevorsitzender. Bernardo Hees, CEO von Heinz, wird diese Aufgabe auch bei Kraft Heinz wahrnehmen.

Der derzeitige Kraft-Konzern ist im Oktober 2012 aus einer Abspaltung von Mondelez hervorgegangen. Mondelez erhielt dabei das Snack-Geschäft von Kraft im Ausland, was dem Unternehmen größere internationale Wachstumsmöglichkeiten verschaffte. Kraft konzentriert sich seither auf die USA. Obwohl Kraft über eine Reihe eingeführter Marken wie Velveeta und Philadelphia verfügt, tut sich das Unternehmen schwer damit, das Umsatzwachstum in einem reifen Markt anzukurbeln.

Der Aktienkurs von Kraft, mit Sitz in Northfield, Illinois, schloss am Dienstag im New Yorker Handel bei 61,33 Dollar. Damit belief sich der Marktwert des Unternehmens auf rund 36 Milliarden Dollar. Im nachbörslichen Handel kletterte der Kurs um 17 Prozent.

Berkshire Hathaway, die Investmentholding des Milliardärs Warren Buffett, hatte sich vor zwei Jahren mit 3G Capital zusammengetan, um Heinz zu erwerben. Sodann half Berkshire der 3G Capital gehörenden Burger King Worldwide beim Kauf der kanadischen Kaffee-und-Doughnut-Kette Tim Hortons.

Seit diesen Transaktionen wurde darüber spekuliert, was die beiden wohl als nächstes kaufen werden - Kellogg Co., Kraft oder Mondelez International. Buffett heizte die Spekulationen an, als er in seinem jährlichen Brief an die Berkshire-Aktionäre schrieb, er gehe davon aus, „mit 3G bei weiteren Aktivitäten zusammenzuarbeiten.“ 3G, gegründet vom brasilianischen Milliardär Jorge Paulo Lemann, ist bekannt dafür, die Geschäftsabläufe zu optimieren und Kosten einzusparen.

Berkshire ist seit vielen Jahren Kraft-Aktionär; Ende 2010 kam die Beteiligung auf 3,3 Milliarden Dollar. Buffett begann aber 2010, sein Engagement bei Kraft Foods zurückzufahren, weil er mit der Entscheidung, die Pizza-Marken zu verkaufen, um den Erlös zum Kauf von Cadbury mitzuverwenden, nicht einverstanden war. Beide Transaktionen, die unter CEO Irene Rosenfeld erfolgten, bezeichnete Buffett damals gegenüber Investoren als „dumm“.

Als Berater für Heinz war Lazard bei der Transaktion involviert, als Rechtsberater tätig war Cravath, Swaine & Moore and Kirkland and Ellis. Kraft ist von Centerview Partners LLC, mit Sullivan & Cromwell als Rechtsberater.

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