Fußball-Supermacht

Aktien mit 150-Prozent-Rally nach Chinas Kampfansage

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Neun börsennotierte Unternehmen mit Verbindung zur Fußball- Liga haben im Schnitt um mehr als 150 Prozent zugelegt, seit der Präsident sein Vorhaben im März 2014 angekündigt hat. Er will dem Sport wieder Leben einhauchen, der unter Skandalen und einem enttäuschenden 82. Platz Chinas auf der FIFA-Weltrangliste leidet.

Die Kursgewinne dieser Aktien, die den Leitindex deutlich übertrafen, beschleunigten sich in den vergangenen zwei Monaten. Auslöser war die Vorstellung eines 50-Punkte-Plans für die Fußball-Reform, und dass Xi die Federführung des Projekte einem Mitglied des regierenden Politbüros übertrug.

Der Vorstoß von Xi, der seine fußballerischen Fähigkeiten 2012 bei einem Staatsbesuch in Irland zur Schau stellte, ist Teil einer breiteren Kampagne gegen Korruption in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zudem soll so auch die Macht Chinas auf der internationalen Bühne demonstriert werden.

Ledman Optoelectronic Co., ein Partner der ersten Liga in China, und Leshi Internet Information & Technology (Beijing) Co., das die Spiele im Internet überträgt, gehören zu den Favoriten von Minsheng Securities Co. für Investoren, die von einer Trendwende in dem Sport profitieren wollen.

“Wer in China investiert, muss die Politik verfolgen”, sagt Tao Ye, Analyst der Sportbranche bei Minsheng Securities in Peking. “Die Fußball-Reform verschafft Unterstützung von oben, und darum haben die betroffenen Aktien so stark zugelegt.”

In dem Land mit der größten Bevölkerung der Welt, einer wachsenden Bedeutung an den internationalen Finanzmärkten und einem zunehmenden militärischen Gewicht ist das Unvermögen, ein Weltklasse-Fußballsystem auf die Beine zu stellen, für die schätzungsweise 600 Millionen chinesischen Fans ein wunder Punkt gewesen.

China hat sich nur ein einziges Mal in seiner Geschichte für die Weltmeisterschaft qualifizieren können, während dies Japan fünf Mal gelang und Südkorea neun Mal. Die chinesische Fußballnationalmannschaft der Männer liegt in der jüngsten FIFA- Wertungsliste hinter Haiti und Mali. Die seit elf Jahren laufende chinesische Super League wird durch ein niedriges Spielniveau, Wettabsprachen und Bestechungsskandale erschüttert.

Mit der Fußballreform verbindet Xi seine persönliche Vorliebe für die Sportart mit seinem Eifer im Kampf gegen die Korruption, der mehr als 100.000 Kader der Kommunistischen Partei verfielen. Die Regierung versprach der Nationalmannschaft mehr Mittel, zwei neue Trainingslager und will bis 2025 insgesamt 50.000 Fußballschulen schaffen. Erwogen wird auch ein reguliertes Wettsystem für Super-League-Spiele sowie neue Wege, um das Vergütungssystem der Spieler zu verbessern.

Es gibt bereits Anzeichen eines Wandels. Lokale Vereine entwerfen mutigere Ausgabenpläne und heuern Spitzenspieler aus dem Ausland an, wie den Stürmer des brasilianischen Nationalteams Diego Tardelli. Die Nationalmannschaft zeigte in diesem Jahr bei der Fußball-Asienmeisterschaft (Asian Cup) ihre beste Leistung seit seinem Jahrzehnt: China schlug alle drei Teams in seiner Gruppe und schaffte es in die K.O.-Phase.

Anleger am Aktienmarkt setzen darauf, dass noch mehr gute Nachrichten folgen werden. Ledman Optoelectronic, der als einziger Vertragspartner für Leuchtdioden mit dem Super-League- Logo werben darf, kletterte in den vergangenen 12 Monaten um 336 Prozent am ChiNext-Index der Nebenwerte. Der Gewinn je Aktie dürfte sich in diesem Jahr verdoppeln, erwarten fünf von Bloomberg befragte Analysten im Schnitt ihrer Prognosen.

Leshi Internet schoss 147 Prozent hoch, während Jiangsu Sainty Corp Ltd., dessen Mutterkonzern einen Super-League-Verein besitzt, gewann 128 Prozent. Der Kurs von Shanghai International Port, dessen Fußballclub in der Liga derzeit den Spitzenplatz einnimmt, legte 60 Prozent zu. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom Dienstag dieser Woche.

Auch wenn Chinesen dafür bekannt sich, bei Anlagetrends nicht immer den richtigen Riecher zu haben, könnten GF Securities Co. zufolge die Verbesserungen im nationalen Fußball konkrete Auswirkungen auf bestimmte Geschäfte haben.

“Ledman Optoelectronic dürfte von den Reformen profitieren”, meint Li Yinlin, Analyst für die Sportbranche bei GF Securities aus Guangzhou. “Das ist nicht nur reine Spekulation. Der Fußball wird echte Gewinne mit sich bringen.”

Die Gewinne in der chinesischen Super League dürften sich nach Einschätzung von Minsheng Securities in diesem Jahr auf etwa 800 Millionen Yuan (114 Millionen Euro) verdoppeln, da die Regierung den Wettbewerb marktorientierter gestalten will, indem Bürokratie und Interventionen verringert werden.

“Das Potenzial für diese Branche ist groß genug - sogar größer als in den westlichen Ländern -, weil China eine größere Bevölkerungsbasis hat”, erklärt Zhang Tao, Analyst für Sport und Kultur bei Shanghai Securities Co. “Das Anlagethema hat bereits Anerkennung gewonnen.”

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