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Fußball-WM: Eigentor für die Nachhaltigkeit?

Von Investoren werden südafrikanische Staatsanleihen derzeit als stabil eingeschätzt und das Rendite-Risiko-Verhältnis gilt als vertretbar. „Wer sein Geld jedoch unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte anlegen möchte, sollte bei Südafrika sehr vorsichtig sein“, sagt Oliver Rüdel, Analyst von der Rating-Agentur Oekom Research.

„Südafrika ist das einzige afrikanische Land, das wir in unserem Länderrating berücksichtigen. Es rangiert am Ende der Skala und lässt deutlichen Nachholbedarf bei der Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung erkennen“, so Rüdel. Ein ineffizienter Ressourcenverbrauch und der hohe Ausstoß von Kohlendioxid, die Verstöße gegen Menschenrechte sowie gravierende Mängel in Punkto Sicherheit, Arbeitsmarktlage und Bildung sind nur einige von zahlreichen Defiziten, heißt es von Oekom Research.

Auch die Zwangsumsiedlungen im Zuge der WM-Vorbereitungen werden kritisiert: So hat beispielsweise das Schweizer Arbeiterhilfswerk SAH eine Petition bei der FIFA eingereicht, um die Gastgeberländer der Fußball-WM in Zukunft zur Einhaltung von Menschenrechten zu verpflichten.

Die WM hat in Südafrika durchaus Potenzial für nachhaltiges Engagement: „Möglicherweise wirkt die Fußball-Weltmeisterschaft angesichts des internationalen Drucks durch das Rampenlicht auch als Schub für die Herausforderung Nachhaltigkeit“, so Rüdel. Ob die junge Demokratie den hohen Erwartungen gerecht wird und sogar Signalwirkung für andere afrikanische Staaten hat, muss sich jedoch erst noch zeigen.

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