G-20-Treffen

So könnten die Kapitalpuffer-Regeln für Großbanken aussehen

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Beim Treffen der G-20 Finanzminister- und Notenbankgouverneure am Samstag seien “erhebliche Fortschritte” in dieser Frage erzielt worden, erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Sonntag im australischen Cairns. Der Kapitalpuffer soll nach Angaben aus Delegationskreisen zwischen 16 und 20 Prozent der risikogewichteten Aktiva ausmachen und sich zudem auf mindestens 6 Prozent der gesamten Aktiva summieren.

Mit der Vorgabe einer Kapitalreserve will die G-20 eine Wiederholung des Zusammenbruchs von Lehman Brothers im Jahr 2008 verhindern, der das internationale Finanzsystem ins Taumeln brachte und in dessen Folge der Staat mit Steuergeldern und Garantien das Banken- und Finanzmarktsystem stützen musste.

Bis zum Gipfeltreffen der G-20 Staats- und Regierungschefs im November in Brisbane soll der Finanzstabilitätsrat einen Vorschlag zu den noch offenen Fragen vorlegen. Deutschland, die USA, Großbritannien und Kanada setzten sich beim G-20 Treffen für harte zusätzliche Kapitalanforderungen ein. Großbanken sollen verpflichtet werden, Wandel- und Hybridanleihen als Kapitalreserve zu halten, die im Falle einer Bankenabwicklung in Anteilsscheine umgewandelt werden können.

Widerstand kam von Ländern wie Frankreich, Indien und China, die darauf dringen, dass nationale Bankenaufsichtsbehörden im Einzelfall entscheiden, ob wandelbare Anleihen gehalten werden müssen. Gelder des Einlagensicherungsfonds oder Abwicklungsfonds sollen stattdessen als Kapitalpuffer angerechnet werden.

Laut Abschlusserklärung der G-20 Finanzminister soll eine endgültige Einigung jedoch erst nach einer öffentlichen Konsultation und einer Auswirkungsstudie erfolgen. Bundesbank Präsident Jens Weidmann erwartet, dass die neuen Regeln dazu beitragen werden, die Risikoneigung der Banken zu reduzieren.

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