Dr. Jens Ehrhardt

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Gamax Management: „Eher holpriger Start ins kommende Börsenjahr“

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Die Mehrheit der institutionellen Anleger ist für die weitere Börsenentwicklung inzwischen optimistisch gestimmt. Anders als noch vor einem Jahr sind Aktien jedoch deutlich höher bewertet, da die Gewinnentwicklung nicht Schritt gehalten hat. Anfällig für mögliche Rückschläge bleibt insbesondere Europa, denn Europäische Aktien haben stark von Mittelzuflüssen aus den USA profitiert. Die Eurokrise kann jederzeit wieder ins Blickfeld dieser Investoren rücken. Einem durchwachsenen Börsenstart Anfang 2014 könnten im weiteren Jahresverlauf dennoch neue Höchstkurse folgen, insbesondere weil Aktien im direkten Vergleich zu Anleihen derzeit das attraktivere Investment darstellen. Yen-Abwertung und niedrige KGVs als Treibsatz Auf absehbare Zeit dürften die internationalen Notenbanken an ihrer stark expansiven Geldpolitik festhalten. Am weitesten geht man dabei in Tokio. In Japan wird der politische Wille zur monetären Ankurbelung und zur Schwächung der eigenen Währung so stringent umgesetzt wie in keinem anderen Land. Es ist daher zu erwarten, dass die Unternehmensgewinne in Japan deutlich stärker steigen werden als in Europa oder Nordamerika. Engagements an der Börse in Tokio sollten allerdings nicht ohne Währungsabsicherung erfolgen. China wiederum bietet Anlegern aus einem anderen Grund gute Chancen. Der Markt hat sich seit den übertriebenen Bewertungen im Jahr 2007 stark verbilligt. Im internationalen Vergleich ist China sehr günstig und verspricht dabei auch noch höheres Wachstum. Insbesondere das Segment der Dividendenaktien ist nach unseren Analysen deutlich unterbewertet. Auch die Aktienmärkte anderer ausgewählter Schwellenländer 2014 sind nicht zu vernachlässigen. Trotz der Diskussionen ums Tapering und einiger hausgemachter Probleme bieten diese Märkte strukturelles Wachstum. Die in den Emerging Markets tätigen Unternehmen profitieren hiervon durch steigende Erträge. Euro und Gold unter Beobachtung Der zuletzt erstarkte Euro ist jedoch eher wieder auf dem Rückzug. In der Europäischen Zentralbank herrscht die Meinung vor, dass ein Wechselkurs von mehr als 1,30 US-Dollar die Euro-Peripheriestaaten stark belastet. Doch die EZB wird sicher nicht tatenlos zusehen, wenn der Euro weiter steigt. Anders als die US-Notenbank Fed haben die europäischen Währungshüter zudem noch keine direkten Maßnahmen der quantitativen Lockerung eingesetzt. Sie könnten dies gegebenenfalls jedoch tun. Mit Blick auf die expansive Geldpolitik der Notenbanken sollte man Gold als Sicherheitsanker nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren. Auf lange Sicht ist nicht zu erkennen, dass Papiergeldwährungen an Wert oder an Stabilität gewinnen – Inflation kann in Zukunft ein Thema werden. Goldinvestments sollten gehalten werden, zumal die aktuell negative Stimmung der Anleger gegenüber dem Edelmetall aus markttechnischer Sicht positiv zu werten ist. Neben Japan und China gibt es schlussendlich noch einen weiteren Favoriten für 2014. Denn auch der deutsche Aktienmarkt bleibt interessant, weil die niedrigen EZB-Zinsen hier sehr stimulierend wirken.

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