Jörg Arnold Foto: Swiss Life

Positionspapier von Allianz und Swiss Life

Garantien abschaffen und nachhaltig beraten

Mit Blick auf eine zukunftsfähige Altersvorsorge sei es unerlässlich, neben staatlicher Alterssicherung die private und betriebliche Altersvorsorge als zweite und dritte Säule weiter zu stärken, erklären Andreas Wimmer, Vorstandschef der Allianz Lebensversicherung und Jörg Arnold, Chef der Swiss Life Deutschland in einem gemeinsamen Positionspapier. Für ein finanziell selbstbestimmtes Leben müssten die Menschen in Deutschland dazu motiviert und in die Lage versetzt werden, neben der staatlichen Absicherung selbständig für das Alter vorzusorgen und ihre Ersparnisse bestmöglich anzulegen und abzusichern.

„Pauschale Konzepte sind wenig erfolgsversprechend“, schreiben die beiden Versicherungschefs. Angesichts der aktuellen Nulllzinsphase müsse man vielmehr das ganze Spektrum an Anlagemöglichkeiten nutzen. Darunter fielen neben Anleihen, Krediten, Hypotheken und Aktien auch illiquide Assets wie Immobilien, Infrastruktur und Private Equity.

„Das alleinige Setzen auf nur eine Anlageklasse, wie zum Beispiel Aktien, lässt zahlreiche Möglichkeiten zur Diversifikation außer Acht, entspricht nicht dem nachweislichen Risikoappetit eines Großteils der deutschen Bevölkerung und bagatellisiert potentielle Rückschlagrisiken am Aktienmarkt“, so die Experten. Und wer etwa für seine Altersvorsorge eine Immobilie finanzieren möchte, sollte die Freiheit dazu auch weiter haben, fordern sie.

„Korsett von Garantiezinsen“ abschaffen

Des Weiteren prangern die beiden Versicherungschefs die gesetzlich vorgeschriebene 100-Prozent-Beitragsgarantie in der Riester-Rente und Teilen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) an. Um neue Produkte auf den Markt zu bringen, die trotz Nullzinsumfeld höhere Renditeerwartungen mit Stabilität kombinieren, müßten Lebensversicherer auf „das Korsett von Garantiezinsen“ verzichten, die in dieser Phase die Kapitalanlage zu sehr einschränken würden.

Durch die Beitragsgarantie und aufsichtsrechtliche Regulierungen dürften die bestehenden Spielräume bei der Kapitalanlage nicht eingeschränkt und Renditechancen verhindert werden. „Es braucht Flexibilität und Sicherheit gleichermaßen und beides ist möglich“, so Wimmer und Arnold.

Auch die ökologische Nachhaltigkeit werde von vielen Kunden als zunehmend wichtig erachtet, so der Allianz-Leben- und der Swiss-Life-Chef weiter. „Gerade die jungen Menschen in unserem Land setzen sich verstärkt mit Nachhaltigkeit auseinander und können sich vorstellen, ökologische und soziale Aspekte auch in die Auswahl ihrer Altersvorsorge einfließen zu lassen“, schreiben Wimmer und Arnold und fordern Berater auf, dieses Thema aktiv anzusprechen. So könne die Altersvorsorge in Deutschland unmittelbar zur Stärkung von Nachhaltigkeit in der Gesellschaft beitragen

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