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Ob privat oder als Arbeitnehmer: Börsenhändlern bieten sich heute vielfältige Betätigungen. | © Unsplash.com Foto: Unsplash.com

Börsenbezogene Arbeitsplätze

Welche Möglichkeiten das Parkett heute bietet

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Auch wenn nur noch wenige Händler wirklich an den Börsen vor Ort sind, hat sich das Spektrum der börsenbezogenen Arbeitsplätze und Jobprofile in den letzten Jahren durchaus vielfältig gestaltet. Dabei spielen nicht nur Bereiche wie Big Data eine wichtige Rolle, sondern auch die Digitalisierung. Doch welche börsenbezogenen Jobs werden heute noch nachgefragt?

Börsenhändler: Der Klassiker unter den Börsenberufen

Wer an die Börse denkt, hat sicherlich nach wie vor den klassischen Börsenmakler vor Augen, der auf dem Parkett Gebote entgegennimmt und hektisch Dinge notiert. Auch wenn dieses Bild der Vergangenheit angehört, gibt es heute sogar mehr Marktteilnehmer als früher. Doch wie lässt sich der Beruf des Börsenhändlers heute ausgestalten? Zunächst eine wichtige Unterscheidung:

Zertifizierter Wertpapier- und Börsenhändler

Wer zertifizierter Wertpapier- und Börsenhändler werden möchte, muss dafür eine Prüfung ablegen. Die Prüfung selbst kostet ca. 200 Euro und bringt bei Erfolg die Zulassung als Börsenhändler. Entsprechende Prüfungen sind jedoch nur dann möglich, wenn entsprechende praktische Erfahrung vorliegt und die Interessenten für ein Unternehmen arbeiten, welches selbst Börsenteilnehmer ist (z.B. Investment-Banken und Finanzdienstleister). Wer bei einer Bank arbeitet, hat zudem im Normalfall entweder eine Ausbildung als Bankkaufmann absolviert oder ein entsprechendes Studium mit wirtschaftlichem Hintergrund.

Der Job selbst gestaltet sich heute vor allem online. Der Börsenhändler behält den Markt im Blick und vermittelt Transaktionen von Marktteilnehmern über die Börsen. Als Broker werden zudem auch Vermittlungsgeschäfte für Privatpersonen durchgeführt.

Privatanleger

Natürlich steht es auch Privatanlegern offen, an der Börse zu agieren. Wer das Trading zum Geschäft machen möchte, muss dafür zwar keine Ausbildung absolviert haben, sollte aber über entsprechendes Fachwissen verfügen. Nur so lässt sich im Normalfall sicherstellen, dass die getätigten Transaktionen einer gewinnbringenden Strategie folgen. Im Bereich des privaten Tradings haben sich mehrere Strömungen entwickelt. Dazu gehören:

  • Daytrading: Daytrader eröffnen und schließen Positionen normalerweise binnen eines Tages. Um einen entsprechend schnellen Ein- und Ausstieg zu gewährleisten, fokussieren sich Daytrader vor allem auf sehr liquide Märkte und suchen dort nach Chancen. Ohne eine profunde Kenntnis der technischen Analyse und der Marktzusammenhänge ist erfolgreiches Daytrading kaum möglich. Zudem werden oft volatile Märkte gesucht, um durch bestimmte Trends schnell Rendite zu erzielen. Auch die Hebel von CFD-Produkten sind bei Daytradern sehr beliebt. Darüber hinaus ist zudem ein hohes Maß an Selbstdisziplin gefordert, um sich auch in brenzligen Situationen nicht von den eigenen Emotionen zu Fehlentscheidungen treiben zu lassen.
  • Swing Trading: Das Swing Trading ist dem Daytrading sehr ähnlich, jedoch geht es um größere Zeithorizonte. Der Swing Trader hält seine Positionen mitunter auch mehrere Tage bis hin zu wenigen Wochen. Dies erlaubt auch das Einbeziehen von Assets mit etwas geringere Liquidität.

Finanzanalyst

Finanzanalysten arbeiten heute vornehmlich bei Banken und Investmentgesellschaften. Mit ihrem analytischen Talent ziehen sie alle wichtigen Informationen zu bestimmten Wertpapieren heran und versuchen, daraus Trends für die Zukunft abzuleiten. Analysten veröffentlichen zusätzlich auch Empfehlungen für Kunden oder den eigenen Arbeitgeber. Als Grundausbildung steht auch hier meistens eine abgeschlossene Ausbildung zum Bankkaufmann oder ein passender Studiengang zu Buche. Darüber hinaus besteht zudem die Möglichkeit, eine Zusatzausbildung zu machen. Folgende Optionen bieten sich an:

  • Chartered Financial Analyst (CFA)
  • Certified European Financial Analyst (CEFA)
  • Certified International Investment Analyst (CIIA)

Fondsmanager

Der Job des Fondsmanagers bietet die Möglichkeit, die eigene Kreativität einzubringen. Wird ein neuer Fonds aufgelegt, stellt sich zu Beginn vor allem die Frage: Was soll diesen Fonds besonders machen? Die Möglichkeiten der Spezialisierung sind dabei nahezu endlos:

  • Fokussierung auf bestimmte Assets (Immobilien, Aktien, Anleihen)
  • Fokussierung auf bestimmte Länder (Europa, USA, Schwellenländer)
  • Fokussierung auf bestimmte Merkmale (junge und disruptive Unternehmen, solide Platzhirsche)
  • Fokussierung auf strategische Ansätze (Buy & Hold, Long-Short, Event-Driven, Trendfolge)

Diese Liste ist keinesfalls abschließend und bietet natürlich auch die Option, bestimmte Fokussierungen zu kombinieren. Wer Fondsmanager werden möchte, bewirbt sich im Normalfall bei Banken oder Investmentgesellschaften und durchläuft dort ein Assessment-Center. Mit entsprechendem Fachwissen und Geschick haben hier neben Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge auch Quereinsteiger eine Chance.

Portfoliomanager

Portfoliomanager kümmern sich um die Kapitalvermehrung einzelner größerer Kunden. Sie entwickeln Strategien für die Verteilung des Kapitals auf bestimmte Assetklassen (neben Wertpapieren oft auch Immobilien) und sorgen so dafür, dass sich das Vermögen optimal entwickelt.

In punkto Qualifikation eignet sich der Job des Portfolio-Managers sowohl für Interessenten mit einer kaufmännischen Ausbildung als auch für Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Da es auch Immobilien zu betreuen gilt, werden auch Wirtschaftsingenieure gerne angenommen. Neben der Grundausbildung setzen Arbeitgeber in diesem Bereich jedoch meistens auch Zusatzqualifikation im Bereich Vermögensverwaltung voraus.

Investmentbanker

Investmentbanker haben ein spannendes Arbeitsfeld, welches sich auf viele verschiedene Bereiche aufteilt:

  • Wertpapierhandel
  • Beratung bei Übernahmen und Fusionen
  • Emission von Wertpapieren und Börsengänge
  • Strukturierte Finanzierungen

Aufgrund dieser Rolle als Allrounder fällt ein Job als Investmentbanker je nach Arbeitgeber höchst unterschiedlich aus. Typisch ist Arbeiten unter hohem Zeitdruck bei langen Arbeitszeiten. Dafür können Arbeitnehmer in diesem Bereich häufig auch überdurchschnittliche Vergütungen verzeichnen. Die Aufnahmekriterien gelten oft als elitär, weil nur Absolventen mit sehr guten Studienabschlüssen und am besten noch Auslandssemestern gute Chancen haben. Im besten Fall haben die Interessenten vorher auch noch eine Trainee-Ausbildung im Bereich Finanzen absolviert.

Geldanlage noch lange in Menschenhand

Auch wenn die Debatte um die Digitalisierung der Finanzbranche beinahe täglich in den Medien geführt wird, dürfte gerade der Investmentbereich noch lange in Menschenhand bleiben. Es gibt mit Robo Advisors bereits Ansätze, Anlageentscheidungen zu automatisieren, jedoch schätzen Kunden gerade bei komplizierteren Entscheidungen nach wie vor den Rat von Experten. Aus diesem Grund kann ein Job im Bereich der Börse auch heute noch gute Zukunftschancen ermöglichen. Trotzdem sollten sich Absolventen darauf einstellen, dass sich die Ausgestaltung der Jobs in Zukunft verändern wird. So dürfte eine Zusammenarbeit mit KI-Systemen die Ergebnisse am Ende verbessern.

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