Die Zinspolitik der EZB hat dafür gesorgt, dass Banken ihr Geschäftsmodell überdenken müssen | © Charlotte Venema / Unsplash.com Foto: Charlotte Venema / Unsplash.com

Auswirkungen auf Banken

Leitzins der EZB weiterhin bei null Prozent

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Ein Blick auf die klassischen Zinseinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld zeigt seit Jahren ein tristes Bild: Die Renditen sind bescheiden bis nicht existent. Die Ursache liegt vor allem in der Zinspolitik der EZB, die die Leitzinsen bereits seit 2016 auf dem Nullpunkt belässt. Dies geschieht hauptsächlich, um der lahmenden Konjunktur in vielen EU-Ländern einen Impuls zu geben. Doch wie wirken sich die niedrigen Zinsen über einen langen Zeitraum auf die Banken aus und was können diese tun, um trotzdem im Geschäft zu bleiben?

Was bewirken die Leitzinsen bei den Banken?

Das Leitzinsniveau bringt vor allem zwei große Entwicklungen mit sich:

  1. Banken können sich stets kostenfrei neues Geld beschaffen

Der Refinanzierungssatz von 0% bedeutet für die Geschäftsbanken, dass sie jederzeit frisches Zentralbankgeld bekommen und dafür keinerlei Zinsen bezahlen müssen. Aus diesem Grund ist die Neigung, Kunden für ihre Zinseinlagen hohe Zinsen anzubieten, entsprechend niedrig ausgeprägt. Ob Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto: Die Zinsen bewegen sich auf einem extrem niedrigen Niveau. Das wiederum sorgt für verärgerte Kunden, die sichere Geldanlagen gewöhnt sind.

  1. Banken müssen für eine Zentralbankeinlagen Strafzinsen zahlen

Die Einlagefazilität ist ein weiteres Instrument der Zentralbank, um die Geldpolitik zu steuern. Mit dem Einlagenzinssatz gibt die EZB vor, wie die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank verzinst werden. Einlagen sind in diesem Fall alle Geldbeträge, die die Bank

  • nicht bar vorhält (Tresoraufbewahrung)
  • in Bankgeschäfte investiert (Kreditvergabe an Kunden)
  • anderen Banken leiht

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