GDV gegen Manager Magazin

Kontroverse ums Neugeschäft

Das „Manager Magazin“ berichtete am gestrigen Mittwoch von einem dramatischen Einbruch beim Lebensversicherer-Neugeschäft. Dabei berief sich das Magazin auf eine interne Mitteilung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der Interessenverband habe die demographische Entwicklung, vor allem den Pillenknick in den 70er Jahren verantwortlich gemacht. Weniger Baby damals bedeuten heute weniger Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, die einen Vorsorgevertrag abschließen.

Dem Magazin zufolge sei dies aber nur „die halbe Wahrheit“. Demnach sei das Produkt vielmehr durch die gesunkene Verzinsung der Policen – und somit ihre Ablaufleistung – uninteressant geworden.

„Dramatisch gestalte sich das Bild beim Blick auf die Vertragsanzahl und die Versicherungssumme“, schreibt das Blatt. Es nennt Zahlen zu den neu verkauften Lebensversicherungen (Minus 14,7 Prozent), den abgeschlossenen Versicherungssummen (Minus 19,8 Prozent), den Riester-Rentenverträgen (Minus 4,3 Prozent) und den Rürup-Renten (Minus 48,1 Prozent).

Der Knackpunkt: Das Magazin vergleicht das erste Quartal 2014 mit dem ersten Quartal 2013. Doch das findet der GDV unsinnig.„Dass der Januar 2014 gegenüber dem Vorjahresmonat besonders rückläufig ist, geht auch auf einen Sondereffekt im Zusammenhang mit der Umstellung auf Unisex-Tarife zurück“, hält der GDV gegenüber DAS INVESTMENT.com dagegen. „Die im Manager Magazin online veröffentlichten Zahlen zur unterjährigen Geschäftsentwicklung der Lebensversicherer sind wenig aussagekräftig.“

So wurden laut GDV die starken Überhangeffekte aus dem Dezember 2012 im Januar 2013 verbucht. 2013 gab es hingegen keinen gleichstarken Effekt. Aus gutem Grund veröffentliche der GDV die Zahlen nur rückwirkend für ein abgeschlossenes Geschäftsjahr, denn die Neuabschlüsse würden im Jahresverlauf sehr stark schwanken.

„Wir sehen jedoch eine Stabilisierung der Neuzugänge, sodass wir insgesamt für 2014 von einer Geschäftsentwicklung auf Vorjahresniveau ausgehen“, so der GDV weiter. „Dass die Entwicklung schwankt, ist plausibel, das zeigt sich exemplarisch bei der Basisrente: Selbstständige entscheiden in der Regel erst kurz vor Jahresende, wie viel Geld sie für ihre Altersversorgung übrig haben.“

Mehr zum Thema
Anlage per InvestmentpoliceWarum der Versicherungsmantel auch für Berater vorteilhaft ist VersicherungenDas sind die neuen Policen-Produkte der Woche Insurtech CoyaNeuer Co-Chef kehrt von der Axa zurück