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Wohngebäudeversicherungen Elementarschäden absichern: Politik will Vertrieb einspannen

Zerstörte Nepomukbrücke über die Ahr: Das Sturmtief Bernd im Juli 2021 war mit knapp 9,5 Milliarden Euro die bislang teuerste Naturkatastrophe für die Versicherer hierzulande.
Zerstörte Nepomukbrücke über die Ahr: Das Sturmtief Bernd im Juli 2021 war mit knapp 9,5 Milliarden Euro die bislang teuerste Naturkatastrophe für die Versicherer hierzulande. | Foto: Imago Images / imagebroker

Ein erschreckender Negativtrend setzt sich fort: Der März dieses Jahres war der zehnte Monat in Folge, der einen weltweiten Temperaturrekord gebrochen hat. Laut Daten des EU-Dienstes Copernicus war 2023 außerdem das heißeste Jahr seit dem Start der Aufzeichnungen. Auch Deutschland erlebte 2024 den wärmsten Frühlingsanfang seit Messbeginn vor mehr als einem Jahrhundert, und 2023 war auch hierzulande mit einer mittleren Temperatur von 10,6 Grad Celsius das bislang wärmste Kalenderjahr, berichtet der Deutsche Wetterdienst (siehe Grafik unten). 

Die globale Erderwärmung führt laut den Experten des Weltklimarats bereits zu häufigeren und schwereren Extremwetterereignissen. Laut einem aktuellen Report des globalen Rückversicherungsmaklers Gallagher Re lagen die weltweit versicherten Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Quartal 2024 um 10 Prozent über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von umgerechnet 16,8 Milliarden Euro.

Starkregen wird heftiger  

Auch in Deutschland drohen zukünftig mehr Naturkatastrophen wie Überflutungen und verheerende Stürme. Mit dem Klimawandel dürfte außerdem Starkregen noch bedrohlicher werden. Denn mit der Erderwärmung verringern sich die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Arktis. Damit verändert sich der sogenannte Jetstream – ein Starkwindband in 10 Kilometer Höhe, das durch die Temperaturunterschiede angetrieben wird. Die Luftmassen bewegen sich deshalb zukünftig tendenziell langsamer, und Tiefdruckgebiete ziehen nicht mehr so schnell ab, sondern verharren mitunter tagelang über einer Region. 

Wie gefährlich das werden kann, zeigte die vom Sturmtief Bernd ausgelöste Flutkatastrophe Mitte Juli 2021. Die bislang teuerste Naturkatastrophe hierzulande (siehe Grafik unten) hinterließ insbesondere im Ahrtal eine Schneise der Zerstörung und 135 Tote. Bereits wenige Stunden nach den starken Regengüssen gaben Barrieren dem Druck der aufgestauten Wassermassen nach, die als plötzliche Sturzfluten über die flussabwärts liegenden Gebiete hereinbrachen. Im Fall der von mitgerissenem Treibgut verstopften Nepomukbrücke im Weindorf Rech wurden 21 Gebäude zerstört und eine Frau getötet, nachdem einer der 1723 erbauten Brückenbogen mit einem großen Teil des Ufers fortgerissen wurde.

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