Die Deutsche Börse hat am Mittwochabend die erwarteten Indexänderungen bekannt gegeben. Mit Wirkung zum 22. September steigen der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer Gea und Scout24, der Betreiber von Immoscout24, in den Dax auf. Weichen müssen der Sportwagenbauer Porsche und der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius aus Göttingen.

Es ist der erste Wechsel im deutschen Leitindex in diesem Jahr und das erste Mal seit rund zweieinhalb Jahren, dass gleich zwei Unternehmen aus dem Dax absteigen: Im März 2023 hatten sich gleichzeitig Fresenius Medical Care und Linde aus der ersten deutschen Börsenliga verabschiedet.

Gea profitiert von solider Geschäftsentwicklung

Für Gea ist es der erste Dax-Aufstieg überhaupt. Mit dem Schritt rückt erstmals seit Langem wieder ein klassisches Industrieunternehmen in den Leitindex auf. Der Aufstieg war für viele Marktteilnehmer keine Überraschung – die Aktie hatte in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. So sei Gea auch nach der sogenannten „Fast-Entry-Regel“ für besonders schnell wachsende Unternehmen aufgestiegen, wie das Handelsblatt berichtet.

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Bei dem Maschinenbauer laufen die Geschäfte seit Jahren gut – trotz der stagnierenden deutschen Wirtschaft. Gea gehört zu Deutschlands größten Maschinenbauern für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. 

Die Marktkapitalisierung von Gea liegt derzeit bei mehr als 9 Milliarden Euro, der Aktienkurs bei rund 63 Euro. Auf Jahresbasis hat die Aktie um mehr als 50 Prozent zugelegt. 

Scout24 mit kontinuierlicher Wachstumsstory

Auch für Scout24 ist es der erste Aufstieg in den deutschen Leitindex. Das Berliner Unternehmen betreibt mit Immoscout24 die mit Abstand größte deutsche Onlineplattform für Wohn- und Gewerbeimmobilien. 

Die Scout24-Aktie hat ebenfalls mehr als 50 Prozent über ein Jahr gesehen an Wert gewonnen, seit Oktober 2023 waren es sogar rund 85 Prozent. Umsatz und Gewinn steigert Scout24 seit Jahren kontinuierlich und erhöhte zuletzt die Prognose für das laufende Jahr, wie das Handelsblatt berichtet.

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Im Vorfeld waren außerdem die Lufthansa sowie zwischenzeitlich auch der Bausoftware-Anbieter Nemetschek als Dax-Aufsteiger im Gespräch gewesen. 

Porsche und Sartorius müssen weichen

Die Dax-Absteiger stehen dagegen schon seit Längerem an der Börse unter Druck. Porsche war Ende September 2022 an die Börse gegangen und feierte zunächst einen der größten Börsengänge der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Nur wenige Monate später stieg das Unternehmen in den Dax auf.

Die Aktie war beim Börsengang mit einem Ausgabepreis von 82,50 Euro gestartet und in den Monaten danach auf fast 120 Euro gestiegen. Aktuell liegt der Aktienkurs nur noch bei etwa 45 Euro. Die Profitabilität der einstigen Renditeperle ist seit ihrem Börsengang ebenfalls stark geschmolzen.

Sartorius war im September 2021 in den Dax aufgestiegen. Der Göttinger Pharma- und Laborzulieferer hatte laut einer Analyse der „Welt“ in der Corona-Pandemie von einer starken Nachfrage nach seinen Produkten etwa für die Produktion von Impfstoffen profitiert. Danach litt das Unternehmen aber unter dem Abflauen des Booms, hohen Lagerbeständen bei Kunden und einer Marktschwäche in China. Während der Coronapandemie kostete der Sartorius-Titel in der Spitze mehr als 800 Euro, heute sind es weniger als 200 Euro.

Auch in den Nebenindizes gibt es Bewegung: Beim M-Dax steigt die Optikerkette Fielmann auf. Sie verdrängt das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec in den S-Dax. Im S-Dax wiederum kommt der Mobilfunkanbieter 1&1 erneut hinzu, der gleichzeitig auch in den Tec-Dax zurückkehrt.

Das ist der Dax 

Der deutsche Leitindex Dax bildet die Kursentwicklung der 40 größten und liquidesten deutschen Unternehmen ab. Grundlage für einen Aufstieg in den Dax sind feste Kriterien, die die Deutsche Börse festgelegt hat und die sie regelmäßig überprüft.

So müssen Dax-Kandidaten im sogenannten Prime Standard gelistet und auf Xetra gehandelt werden. Ihr Sitz muss in Deutschland liegen – auch wenn sie mehrheitlich im Ausland Geschäft betreiben. Entscheidend für eine Aufnahme in die erste Börsenliga ist ebenso der Anteil an Aktien, die sich im Streubesitz befinden. Dieser muss bei mindestens 10 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung liegen.