Lee Manzi (links) und Miles Geldard, Manager des Jupiter Strategic Total Return.

Lee Manzi (links) und Miles Geldard, Manager des Jupiter Strategic Total Return.

Gegenstrom-Anlage: Jupiter Strategic Total Return

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Es gibt derzeit keine Alternative zu Aktien? Stimmt nicht, wenn man sich das Portfolio von Lee Manzi und Miles Geldard ansieht. Nur 8,8 Prozent Aktien halten die Manager des Multi-Asset-Fonds Jupiter Strategic Total Return, vor allem japanische. Manzi: „Die Struktur- und Arbeitsmarktreformen des Premiers Shinzo Abe und die weitere geldpolitische Lockerung kurbeln die Wirtschaft an. Das macht die japanische Börse attraktiv.“

Warum nicht mehr Aktien? „Wir shorten lieber zehnjährige Staatsanleihen aus Italien, Frankreich und den USA. Die sind stark überbewertet, die Kurse müssen sich irgendwann normalisieren und damit sinken“, so Manzi. 12,9 Prozent des Portfolios machen die Bond Futures aus.

„Das Risiko-Rendite-Verhältnis ist hier einfach besser als bei Aktien. Allerdings korrelieren sie auch sehr stark mit Aktien. Eine höhere Aktienquote wäre darum ein zu hohes Risiko im Portfolio“, so Manzi. Ziel des Duos ist Kapitalerhalt bei geringen  Preisschwankungen und hoher Liquidität.

„Wir wollen in jeder Marktphase positive Erträge erzielen“, so Manzi. Das ist ihnen bisher auch gut gelungen. Bereits seit 2004 verfolgen sie ihre Investmentstrategie, zunächst bei J.P. Morgan Asset Management, dann bei RWC Partners und seit 2010 bei Jupiter. Manzi: „Wir haben seitdem nicht ein einziges negatives Jahr gehabt.“

Staatsanleihen als Cash-Ersatz

Grundsätzlich dürfen Manzi und Geldard weltweit Aktien, Anleihen, Währungen und Geldmarktinstrumente kaufen. Obwohl sie 2014 mit steigenden Renditen und damit fallenden Kursen bei Staatsanleihen rechnen, stellen diese Papiere mit 21 Prozent die zweitgrößte Position im Portfolio.

„Das sind Staatsanleihen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Diese Kurzläufer sind für uns Cash-Ersatz“, erklärt Manzi. Größte Position sind mit 35 Prozent Unternehmensanleihen, etwa von der niederländischen Rabobank oder der britischen Supermarktkette Tesco. Manzi: „Das sind sichere Geschäftsmodelle. Da sind wir vor allem auf die Zinszahlungen aus.“ Denn der globale Aufschwung bleibe verhalten.

„Die Verschuldung der Industrieländer stellt für jeden Aufschwung eine Bedrohung dar und die hohe Arbeitslosigkeit bleibt weiterhin im Fokus der Notenbanken“, so Manzi. „Dennoch müssen die Notenbanken irgendwann zur geldpolitischen Normalität zurückfinden. Im Zuge dessen dürften die Anleger ihre Einschätzung des relativen Risikos bei Finanzanlagen grundlegend ändern.“ Flexibilität sei darum im aktuellen Marktumfeld nicht zu unterschätzen.

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