Fußball-Picasso Christiano Ronaldo Quelle: Getty Images

Fußball-Picasso Christiano Ronaldo Quelle: Getty Images

Geht Christiano Ronaldo bei der EZB unter Vertrag?

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Der spanische Sparkassenverbund Bankia will laut Berichten der Tageszeitung „El Pais“ Spieler von Real Madrid als Pfand verwenden, um sich von der EZB frisches Geld zu leihen. Was sich zunächst nach einem Scherz anhört, ist in der Praxis gar nicht so abwegig. Um die Geschichte zu verstehen, gehen wir zunächst ins Jahr 2009 zurück. Genauer gesagt, zum 11. Juni 2009. Dieses schicksalhafte Datum ging insofern in die Geschichte des Fußballs ein, als dass der spanische Fußballverein Real Madrid die bis dato höchste Transfersumme für einen Fußballer zahlte: 93 Millionen Euro gingen an Manchester United für die Übernahme des Top-Kickers Christiano Ronaldo. Um diesen gewaltigen Batzen an Geld aufzubringen, nahm der spanische Rekordmeister damals einen Kredit in Höhe von 76,5 Millionen Euro bei der Großsparkasse Caja Madrid auf, die zum Bankia-Verbund gehört. Das Darlehen muss der Fußballsverein laut „El Pais“ bis 2014 zurückzahlen. So weit, so gut. Aber nun kommt die EZB ins Spiel. Da Bankia derzeit frisches Geld benötigt, das sie sich eben von der Notenbank besorgen könnte, muss sie im Gegenzug Wertpapiere oder Kreditforderungen bei der EZB hinterlegen. Dies will Bankia in Form eines 773 Millionen Euro schweren Fonds tun. In diesem Fonds befinden sich Kreditforderungen an verschiedene spanische Großkonzerne – und eben jenes Darlehen, das Real- Madrid für den Ronaldo-Kauf von Bankia erhalten hat. Noch ist nicht geklärt, ob die EZB die Kreditforderungen der Bankia tatsächlich akzeptiert. Die Notenbank unterzieht Wertpapiere genauen Prüfungen, bevor sie sie als Pfand annimmt. Außerdem soll laut „El Pais“ bisher noch kein Antrag der Bankia bei der Zentralbank eingegangen sein. Weitere kreative Ideen um an Geld zu kommen gibt’s hier.

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