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Geiselprozess um Finanzberater: Zweiter Rentner gesteht

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Zu Prozessbeginn hatten sie es noch als eine „Einladung für ein paar Tage Urlaub in Oberbayern" bezeichnet, dann gestand der 74 Jahre alte Hauptangeklagte und nun legt auch sein 61-jähriger Komplize ein Geständnis ab. Die beiden Männer hatten den Anlageberater in dessen Wohnung gefesselt, in eine vorbereitete Transportkiste gesteckt und im Kofferraum zum Chiemsee gebrach, wo er mehrere Tage gefangen gehalten wurde. Dort hatten sie zusammen mit drei weiteren Senioren versucht, den Berater zur Herausgabe der 2,4 Millionen, die er ihnen schuldete, zu zwingen.

Der Finanzberater sei aber nicht mit dem Tode bedroht worden, beteuerte der Angeklagte. Auch habe er das Opfer beim Fesseln lediglich festgehalten und ansonsten keine Gewalt angewendet. Gleichzeitig entschuldigte er sich bei dem Opfer.

Es ist wahrscheinlich, dass die fünf Beschuldigten ihren Lebensabend im Knast werden verbringen müssen – auf Geiselnahme stehen bis zu 15 Jahre Haft. Zwei von ihnen begingen in den letzten Wochen hinter Gittern ihren Geburtstag: Der Mitentführer wurde 61; die Ehefrau des 74-jährigen Hauptangeklagten aus Chieming ist jetzt 80 Jahre alt.

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