„Geld besser unters Kopfkissen“ Kleinleins Riester-Studie bringt Versicherer in Rage

Axel Kleinlein: „Die Versicherungsunternehmen sind nicht in der Lage, erfolgreich mit den anvertrauten Werten der Kundinnen und Kunden zu arbeiten“, so das Fazit von BdV-Chefs. | © Bund der Versicherten

Axel Kleinlein: „Die Versicherungsunternehmen sind nicht in der Lage, erfolgreich mit den anvertrauten Werten der Kundinnen und Kunden zu arbeiten“, so das Fazit von BdV-Chefs. Foto: Bund der Versicherten

Wenn Journalisten die jüngste Studie des Bundes der Versicherten (BdV) zur Riester-Rente als „Angriff auf die deutschen Lebensversicherer und ihre Vertriebspolitik“ auffassen – so geschehen in der Freitagausgabe des Versicherungsmonitors – muss deren Inhalt ziemlichen Zündstoff bergen. Eine schnelle und umfassende Reaktion des Versicherungsverbandes GDV bestätigt diesen Eindruck.

Worum geht es bei dem Streit?

Der BdV hat eine Kurzstudie veröffentlicht, die Riester-Rentenversicherungen eine schlechtere Rendite als dem Sparen unter dem Kopfkissen bescheinigt.

BDV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein:
„Betrachtet man die versicherungsförmigen Riester-Renten unter dem Gesichtspunkt der garantierten Leistungen, so sind Verluste in allen Fällen vorprogrammiert.“

Kleinlein und Co. berufen sich dabei auf eine Untersuchung der Riester-Tarife, die in einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest am besten (Variante +) und am schlechtesten (Variante -) abgeschnitten haben. Die jeweilige Anspardauer liegt bei 12, 20, 30 und 40 Jahren. Für jede dieser Laufzeiten wurden jeweils die Renditen der beiden Tarife untersucht.

Wie lauten die Ergebnisse?

Das Ergebnis, zu dem der BdV gelangt ist, zeigt eine deutliche Negativ-Rendite bezogen auf alle Einzahlungen des Kunden plus Staatszuschüsse. Die höchste Rendite für eine Frau nach einer Anspardauer von zwölf Jahren beträgt demnach minus 0,9 Prozent, nach 20 Jahren Anspardauer minus 0,8 Prozent und nach 40 Jahren minus 0,3 Prozent (siehe Tabelle). Für den Mann liegt die höchste erzielte Rendite in den gleichen Ansparzeiträumen bei minus 2,5 Prozent, minus 2,0 Prozent und minus 0,9 Prozent. Die Rendite fällt also bei Männern durchweg deutlich geringer aus als bei Frauen.

Unabhängig von Anspardauer, Geschlecht und Variante sind die vom BdV ermittelten Riester-Renditen stets negativ. Quelle: BdV

„Die Negativrenditen zeigen, dass das Vorsorge-Geld am Schluss in anderen Kassen landet als in der Riester-Rente“, schlussfolgert Kleinlein. „Die Vertriebs- und Anlagestrategien der Versicherer sind bei der Kalkulation der Garantien offensichtlich nicht so ausgegoren wie das Kopfkissen“, schimpft der BdV-Chef.