Geld machen mit Geldhäusern

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Bankaktien haben starke Kursstürze hinter sich. Doch gerade deshalb winken Discount- und Bonuszertifikate derzeit mit günstigen Einstiegspreisen

Wer die Bankenkrise als Chance begreift und jetzt gepuffert in die Branche investieren will, findet vor allem bei Zertifikaten auf Einzeltitel attraktive Kombinationen aus Chance und Sicherheitsnetz. Bonus- und Discountzertifikate auf große internationale Banken locken derzeit bei Laufzeiten bis Juni 2009 durchweg mit Chancen auf zweistellige steuerfreie Renditen.
Bei Bonuszertifikaten gibt es zum Laufzeitende einen festen Betrag ausgezahlt, falls die maßgebliche Aktie während der Laufzeit eine bestimmte Barriere nicht unterschreitet. Im Gegenzug verzichtet der Anleger auf die Dividende.
Beim Capped-Bonuszertifikat von ABN Amro (AA0 RY8) auf die Aktie der Citigroup winkt beispielsweise eine Rendite von jährlich 27,2 Prozent. Die ist nur dann verloren, wenn die Aktie um fast 33 Prozent einbrechen sollte. Wegen eines Deckels markiert die genannte Rendite gleichzeitig das Maximum. Discountzertifikate bieten ähnlich hohe Werte: Über ABN Amro (AA0 R7G) gibt es die Citigroup-Aktie mit einem Preisabschlag von 21 Prozent. Anleger machen also erst Verluste, wenn der Anteilspreis bis 30. Juni 2009 um diesen Betrag oder mehr sinken sollte. Dafür ist die Rendite aber auf jährlich 22,1 Prozent begrenzt. Bei einer Discountvariante von Sal. Oppenheim (SEL 2BN) beträgt der Aktien-Rabatt sogar 34 Prozent. Hier ist allerdings bei einem Gewinn von jährlich 12,2 Prozent Schluss.

27 Prozent Rendite, 26 Prozent Puffer


Auf die Aktie der ebenfalls krisengeschüttelten Bank of America bietet die Deutsche Bank ein Bonuszertifikat (DB1 RAF) mit ähnlich attraktiven Konditionen. Hier sind für den Anleger jährlich maximal 27 Prozent drin, falls die Aktie sich bis dahin über einer Verlustgrenze von 26,4 Prozent hält. Unerheblich ist dabei die Entwicklung des Dollar, denn das Zertifikat ist währungsgesichert.
In Europa zählt die Schweizer UBS mit Rekordabschreibungen von über 14 Milliarden Dollar zu den am härtesten getroffenen Banken. Das zeigt sich auch am Kurs der Aktie, der sich seit vergangenem Sommer beinahe halbiert hat. Trotzdem gibt es noch einige Bonuszertifikate mit komfortablen Puffern. Bei einem ABN-Amro-Produkt (AA0 U77) beträgt er beispielsweise 22,2 Prozent. Dafür springt bis 19. Juni 2009 eine Bonusrendite von maximal fast 38 Prozent pro Jahr heraus. Deutlich geringer ist die Chance bei Société Générale (SG0 PFM): 21 Prozent im Jahr bei selber Laufzeit. Allerdings ist hier der Bonus erst verloren, wenn die Aktie um über 36 Prozent fallen sollte. Beide Zertifikate sind überdies währungsgesichert.

Deutsche Bank: Bonus aus dem eigenen Haus


In Deutschland bietet sich als Anlageobjekt die ebenfalls rigoros abgestrafte Aktie der Deutschen Bank an. Seit Sommer hat das Papier mehr als 30 Prozent nachgegeben. Über ein Discountzertifikat der Dresdner Bank (DR0 2DM) mit Laufzeit bis zum 19. Juni 2009 kommen Anleger um 22,4 Prozent billiger an die Aktie. Die Maximalrendite liegt hier bei 18,8 Prozent im Jahr. Mit 32 Prozent ist der Sicherheitsabschlag bei der Commerzbank (CB7 AZM) noch größer. Die Chance: 11,7 Prozent im Jahr. Unter den Bonusprodukten gefällt ein Zertifikat aus dem eigenen Haus (DB4 176) durch eine Renditeaussicht auf 27,1 Prozent. Der Puffer liegt bei recht ordentlichen 24 Prozent. Hier ist der Anleger sogar an Kursgewinnen beteiligt, die die Aktie über das Bonusniveau hinaus erreicht. Wer nicht auf Einzelaktien spekulieren möchte, findet auch einige Indexzertfikate für den Bankensektor, muss allerdings auf große Sicherheitspuffer verzichten. In Europa stellen sich zwei Branchenindizes zur Wahl. Der Euro Stoxx Banks umfasst die 40 größten Banken der Eurozone, gemessen am Gesamtwert der börsennotierten Aktien. 29,2 Prozent verlor er in den vergangenen zwölf Monaten (Stand: 11. Februar 2008) inklusive Dividenden. Wer diesen Kursknall für ein direktes Indexinvestment nutzen will, sollte auf das Indexzertifikat (HV1 6EN) der Hypovereinsbank (HVB) zurückgreifen. Es verbrieft die Total-Return-Variante des Index, gibt also auch die Dividenden an den Anleger weiter. Gemessen am Kursniveau sind das derzeit 3,2 Prozent.
Die europäische Variante namens Stoxx 600 Banks enthält 61 Banken. Vor allem die Großbanken aus Großbritannien und der Schweiz machen hier den Unterschied. Die hatten aber im Zuge der aktuellen Bankenkrise auch die schlechtesten Nachrichten zu bieten. Hinzu kommt die ausgeprägte Schwäche des britischen Pfund gegenüber dem Euro, weshalb der Index im Zwölf-Monats- Vergleich um mehr als 4 Prozentpunkte schlechter abschnitt als sein Euro-Pendant. Inklusive der Dividenden von 3,8 Prozent gibt es ihn ebenfalls bei der Hypovereinsbank (HV1 6E6).

Bonuspapiere auf Banken-Index: Magere Puffer


Auf den Euro Stoxx Banks Index gibt es nur ein Bonuszertifikat mit Laufzeit bis Juni 2009, das einen zweistelligen Puffer bietet. Es kommt von der Société Générale (SG0 LGA) und bringt eine Rendite von 32,2 Prozent im Jahr, falls der Bankenindex bis zum 12. Juni 2009 um nicht mehr als 11,5 Prozent fällt. Das einzige vertretbare Bonuszertifikat auf den europäischen Index kommt von Goldman Sachs (GS0 XSX) und bietet bis zum 19. Juni 2009 eine Rendite von 21,2 Prozent im Jahr. Erst wenn der Index um mehr als 13,3 Prozent fällt, wird aus dem Bonus- ein normales Indexzertifikat. Jenseits von Europa wandelt sich die Zertifikatelandschaft zur Steppe. Lediglich ein einziges Zertifikat von der Dresdner Bank (635 152) bildet den DJ Sector Titans Banks Index ab. Der besteht aus den 30 größten Banken der weltweiten Industrieländer, rechnet aber die Dividenden nicht mit ein. Discount- oder Bonuszertifikate suchen Anleger vergebens.