Tagesgeld-, Termin- und Festgeldkonten bleiben weiterhin die beliebteste Anlageform von Privatanleger:innen. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten einer Studie gaben dies an. Im Jahr 2021 waren es noch 58 Prozent, die am liebsten auf diese Anlageform zurückgreifen.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie der Direktbank Comdirect und des Robo Advisors Quirion, die Ende Juli veröffentlicht wurde. An der Befragung nahmen 1.301 Teilnehmer:innen teil, die über mindestens 1.500 Euro Nettoeinkommen pro Monat und über mindestens 5.000 Euro frei anzulegendes Vermögen verfügen.

Dass Tagesgeld- und Festgeldanlagen wieder beliebter werden, ist kein Wunder bei dem momentanen Zinsanstieg. Laut der Studie hat jede dritte befragte Person, die investiert, den Zinsanstieg für sich genutzt.  

Geldanlage 2023: Beliebte Anlageprodukte im Überblick

  • Hinter Fest- und Tagesgeld landen Einzelaktien auf dem zweiten Platz. Haben sich im Jahr 2021 49 Prozent für Aktien entschieden, sind es in diesem Jahr mit 51 Prozent etwas mehr Anleger:innen.
  • Platz drei in der Beliebtheit sichern sich in diesem Jahr ETFs und ETCs mit einem Anteil von 41 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei nur 34 Prozent. Damit haben die Indexfonds aktive Fonds im Ranking überholt. Diese lagen im Jahr 2021 noch bei 43 Prozent. Mittlerweile ist ihre Beliebtheit 2023 auf 40 Prozent zurückgegangen.
  • Bemerkenswert ist auch, dass das klassische Sparbuch unter den Befragten mit einer Zustimmung von 33 Prozent im Jahr 2021 und 2023 in diesem Jahr fast doppelt so beliebt ist wie Gold mit 18 Prozent, Anleihen mit 16 Prozent und Kryptowährungen mit 16 Prozent.
  • Am wenigsten interessant für die befragten Privatanleger:innen sind Kunst und Antiquitäten-Investments mit einem Anteil von gerade einmal 5 Prozent. Dieses Ergebnis überrascht weniger, da gerade der Kunstmarkt sehr hohe Eintrittsbarrieren hat und Kunstinvestments in der Regel viel Recherche erfordern.

 

Trotz des Krisenjahrs 2022 haben Privatanleger:innen weiterhin ein hohes Interesse an der Geldanlage. 81 Prozent der Befragten der Studie gaben an, ein hohes oder sehr hohes Interesse am Investieren zu haben.

Das verfügbare Anlagevermögen und die potenziellen Sparraten der Teilnehmer:innen blieben relativ konstant:

  • 76 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehr als 10.000 Euro investiert haben.
  • 30 Prozent der Privatanleger:innen gaben sogar an, über mehr als 50.000 Euro frei verfügbares Anlagevermögen verfügen.
  • Über 90 Prozent der befragten Haushalte wären in der Lage, mindestens 100 Euro im Monat zu sparen.

Einsteiger:innen sind von Investmentrisiken abgeschreckt

Vor allem die Angst vor Risiken und ein generelles Misstrauen gegenüber Banken hindern viele Personen daran, mit dem Investieren zu starten. 37 Prozent beziehungsweise 32 Prozent haben dies in der Befragung angegeben.

Die folgenden Gründe hindern Personen ebenfalls daran, mit dem Investieren zu starten:

  • 29 Prozent finden das Thema Investieren zu kompliziert.
  • 27 Prozent macht das Thema Geldanlage keinen Spaß.
  • 24 Prozent empfinden, dass das Kümmern um ihre Geldanlage zu zeitintensiv ist. Das ist der größte Anstieg zwischen 2021 und 2023, und zwar um 9 Prozent.

Das Thema Geldanlage ist zwar kein einfaches und intuitives Thema. Aber viele Einsteiger:innen überschätzen den Aufwand.

„Um mit der Geldanlage zu starten, musst du nicht jeden Tag die Börsennews checken“, sagt Influencerin und Unternehmerin Diana zur Löwen. Sie hat selbst in Start-ups, ETFs, Aktien, Immobilien und Kryptowährungen investiert.

 

Aus zur Löwens Sicht ist vor allem wichtig, sich genau zu informieren und dann eine langfristige Struktur festzulegen, an die man sich auch hält. „Dann genügt es, das Depot alle paar Monate zu checken.“

Am besten wird man sich erst einmal über seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben klar und informiert sich dann ausführlich zum Thema Investieren.

Falls du noch unsicher bist: „Fang nicht mit großen Beträgen an, ein Sparplan mit 50 Euro pro Monat reicht für die ersten Schritte komplett aus“, beruhigt zur Löwen.

„Wichtig ist vor allem, breit gestreut zu investieren.“