Beim Kauf eines Edelsteins ist ein international anerkanntes Zertifikat eines unabhängigen gemmologischen Labors wesentlich (Gemmologie ist die Lehre von den Edelsteinen). Dies dient zur Bestimmung des Steins, als Echtheitszertifikat für den internationalen Markt und gleichzeitig als Absicherung für den Käufer. Tipp: Das Zertifikat nie gemeinsam mit dem Stein aufbewahren. Denn ein Zertifikat ohne Stein ist nichts wert und umgekehrt ist auch der Kauf eines Steins ohne Zertifikat kein seriöses Geschäft.

Eine Diversifikation eines Investitionsportfolios ist durchaus zu empfehlen. Edelsteine wie der Rubin, Saphir oder Smaragd weisen in den letzten Jahren eine Wertsteigerung von rund 5 bis 10 Prozent geometrisch pro Jahr auf.

Die Fundmengen gehen seit Jahren zurück, was auch dazu beiträgt, dass durch hohe Nachfrage die Preise steigen lässt. Edelsteine sind zudem volkswirtschaftlich ein „superiores Gut“. Das bedeutet, wenn eine Nation reicher wird, steigt die Nachfrage nach Edelsteinen überproportional zum Zuwachs an Reichtum. Außerdem brauchen Edelsteine nicht viel Platz und keine speziellen Lagerbedingungen, da sie weder wärme- noch kälteempfindlich sind. Anders also als etwa Gemälde der Oldtimer, die ein bestimmtes Klima benötigen. Zudem können die Steine auch problemlos als Schmuck gefasst und getragen werden.

Insgesamt setzt sich der Wert eines Edelsteins aus drei möglichen Komponenten zusammen:

  • Dem intrinsischen Wert (Markt- oder Handelswert),
  • dem ästhetischen Wert (subjektiver, meist optischer Wert) und
  • dem historischen Wert (wenn vorhanden).

Wurde ein Stein von Napoleon oder Marie-Antoinette getragen und ist das zum Beispiel durch Gemälde nachweisbar, erhöht das den Wert eines Edelsteins immens. Aus dem letzten Grund werden oft Edelsteine aus dem Besitz „berühmter“ Persönlichkeiten bei den Auktionsergebnissen aus den Best-Preis-Listen herausgenommen, da der Umstand, dass ein Stein vielleicht einmal Liz Taylor gehört hat, Käufern ein massives Aufgeld wert sein kann.

Die Fundmengen von Edelsteinen gehen in den letzten Jahren immer weiter zurück, viele Minen für Farbedelsteine sind mittlerweile erschöpft. Zugleich steigt die Nachfrage in Krisen (so auch seit dem ersten Lockdown 2020) deutlich. Ebenso führt die Erwartung steigender Inflationsraten dazu, dass Realinvestments und damit Edelsteine immer gefragter sind.

Naturfarbene, unbehandelte Edelsteine sind für langfristige Investments und als Diversifizierung des Portfolios interessant. Sie eignen sich als Sachinvestment vor allem als Inflationsanker. Als natürliche Ressource wird ihr Wert nie gegen Null gehen. Farbedelsteine als Investment sollen mindestens vier bis fünf Jahre lang behalten werden, bei Diamanten ist ein Anlagehorizont von 20 Jahren und mehr zu empfehlen. Die Gewinne aus einem Verkauf sind einkommenssteuerfrei.


Über den Autor: Thomas Schröck ist Gemmologe und Gründer der in Wien ansässigen Firma The Natural Gem.