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Die Mehrzahl der Staatsanleihen aus der Eurozone rentieren negativ: Mit einer flexiblen, wirklich aktiven Strategie bleiben Anleihen jedoch weiterhin interessant. | © Getty Images

Geldanlage in Anleihen Keine Angst vor Minuszinsen

Beim Blick auf die Zinsen dürfte dem ein oder anderen Anleger wohl allmählich angst und bange werden. Als sicher geltende Anleihen rentieren tief im Minus. Zudem sind die Risikoaufschläge von Bonds schwächerer Kreditqualität zuletzt ebenfalls deutlich gefallen. Die aktuelle Lage im Überblick:

  • Bei insgesamt rund zwölf OECD-Staaten rentieren zehnjährige Staatsanleihen (Stand: Ende August) negativ. Das gilt auch für die Mehrzahl der Titel von Staaten aus der Eurozone, bei deutschen Bundesanleihen sogar über alle Laufzeitenbereiche hinweg bis zu 30 Jahre.
  • Vor allem das „lange Ende“, also die Renditen für Titel mit sehr langen Laufzeiten, sind zuletzt noch einmal signifikant heruntergekommen. Der Markt ist also wohl der Ansicht, dass die Minuszinswelt noch sehr lange Bestand haben wird.
  • Für Italien fiel der Zins der Zehnjährigen zuletzt unter die Marke von einem Prozent – und damit unter die Inflationsrate in Deutschland und der Eurozone. Zum Vergleich: In Spanien und Portugal lag die Rendite zuletzt zeitweise bei gut 0,1 Prozent, in Griechenland bei 1,7 Prozent.
  • Nach Inflation bleibt für statische Anleger, die ausschließlich in Rendite p.a. denken, nur der sichere Wertverlust des Vermögens. Die Rendite einer inflationsindexierten deutschen Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit von knapp 27 Jahren fiel zuletzt auf minus 1,5 Prozent. Zu diesen Konditionen beträgt der – immerhin inflationsgeschützte – Wertverlust zum Ende der Laufzeit mehr als 35 Prozent.
  • Auch bei US-Staatsanleihen sind die Zinsen zuletzt gesunken. Inklusive Kosten für die Währungsabsicherung taugen selbst Titel mit zehnjähriger Laufzeit nicht mehr, den Wert des Vermögens real zu erhalten.
  • Hinzu kommt: Immer mehr Anleihen von Unternehmen rentieren ebenfalls negativ, darunter etwa langlaufende Titel großer Konzerne.

Diese Übersicht, die sich sicher noch ergänzen ließe, zeigt unseres Erachtens vor allem eines: Anleger, welche sich Anleihen guter Qualität „einfach nur“ bis zum Ende der Laufzeit ins Depot legen, um den jährlichen Kupon einzustreichen, erleiden reale Vermögensverluste.

Risikolose Rendite oder doch eher renditeloses Risiko?

Vor vielen Jahren standen solche Bonds einmal für „risikolose Rendite“. Das änderte sich im Zuge des historischen Zinstiefs, „Buy and hold“ stand schnell für „renditeloses Risiko“. Damit nicht genug: Aktuell sorgt diese Strategie im Endergebnis für „garantierte Verluste“. Das gilt auch bei passiven Anleiheinvestments, etwa bei ETFs, die lediglich den Markt abbilden, Einzeltitel aber nicht aktiv handeln. Übrigens schon in Zeiten, als das Zinsniveau merklich höher lag; laut einer Studie des Flossbach von Storch Research Institute konnten aktive Anleihemanager höhere Renditen als ihre passiven Pendants erzielen.

Kein Grund zur Resignation

Für Anleiheinvestoren gibt es keinen Grund zur Resignation: Mit einer flexiblen, wirklich aktiven Strategie, die alle Ertragschancen des fast 80 Billionen Euro umfassenden globalen Anleihemarktes nutzt, können Anleihen unseres Erachtens weiterhin interessant sein. So lassen sich opportunistisch Marktbewegungen nutzen, etwa wenn viele Anleger in eine Richtung laufen. Die Anlageklasse bietet aktiven Anlegern weiterhin sehr viele Möglichkeiten. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Laufzeiten, Schuldnerrangfolgen sowie Währungs- und Zinsräumen, können zudem die Duration im Portfolio aktiv steuern. Auch der aktive Einsatz von Termingeschäften (Derivate) kann den Wert des Portfolios stabilisieren und Renditechancen bieten.

Bei dem Ziel, das Vermögen langfristig zu erhalten und zu mehren, spielen Anleihen unseres Erachtens nach wie vor eine wichtige Rolle. Zumindest, wenn man eine klare und kaufmännisch geprägte Investmentphilosophie hat und in der Lage ist, die sich bietenden Chancen aktiv zu nutzen.

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