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7,7 Billionen Euro Geldvermögen der Deutschen steigt auf Rekordhoch

Euro-Scheine
Euro-Scheine: Obwohl sich mehr Bundesbürger an den Aktienmarkt wagen, liegt viel Geld auf Girokonten. | Foto: Imago Images / Blickwinkel

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im vorigen Jahr auf 7,7 Billionen Euro gestiegen. Im Vergleich zu Ende 2020 sei das ein Plus von 7,4 Prozent, teilt die DZ Bank auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Neben der weiter sehr hohen Sparquote hätten Aktien und Fonds für einen Schub beim Vermögen gesorgt.

Mehr Geld in Aktien

„Die Deutschen haben 2021 aufgrund der extrem niedrigen Zinsen mehr Geld in Wertpapiere gesteckt", erläutert Volkswirt Michael Stappel. Aktien hätten die Bundesbürger aufgrund der positiven Kursentwicklung um mehr als 130 Milliarden Euro reicher gemacht. Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen sei allmählich ein angepasstes Anlageverhalten erkennbar. Trotz der gestiegenen Begeisterung für Aktien machten Bankeinlagen und Versicherungen aber immer noch mehr als zwei Drittel des Geldvermögens aus, so die DZ Bank.

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Kaum Impulse für das Geldvermögen seien hingegen von den Zinsen ausgegangen. Die Effektivzinssätze im Neugeschäft mit Einlagen privater Haushalt bewegten sich nur knapp über 0 Prozent und die durchschnittliche Umlaufrendite inländischer Schuldverschreibungen sei auch 2021 meist im Negativbereich geblieben.

Sehr hohe Sparquote

„Den stärksten Schub erhielt der Vermögenszuwachs erneut von der Ersparnis“, stellt Stappel fest. Die Sparquote sei 2021 mit voraussichtlich über 15 Prozent erneut sehr hoch, wenngleich sie unter dem Niveau von 2020 bleiben werde, als 16,1 Prozent erreicht wurden.


Für 2022 erwartet der DZ-Bank-Volkswirt eine niedrigere Sparquote. Derzeit belasteten zwar noch Corona-Beschränkungen die Konjunktur und dämpften die Konsumfreude der Verbraucher. Unter der Annahme, dass das Pandemie-Geschehen durch Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen weitgehend unter Kontrolle gebracht werden könne, werde aber die Konsumfreude zurückkehren. Sobald wieder mehr Geld für Restaurantbesuche, Einkaufen, Freizeit und Urlaub ausgegeben werde, dürfte der starke Zufluss auf Girokonten abebben und die private Sparquote sinken.

„Der Geldvermögensanstieg wird 2022 durch eine niedrigere Sparquote zwar etwas schwächer ausfallen als im Vorjahr, doch dafür sollte der Aufschwung die Kursentwicklung an den Börsen unterstützen und erneut zu Wertzuwächsen des privaten Geldvermögens beitragen“, meint Stappel.

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