Das Insurtech Clark stellt sich personell neu auf. Marco Adelt, Mitgründer und Vorstand des digitalen Versicherungsmaklers mit Sitz in Frankfurt am Main wird sich Ende Februar kommenden Jahres aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Adelt wird Clark laut einer Unternehmensmitteilung weiterhin als Berater zur Verfügung stehen wird, allerdings erst wieder ab Sommer 2024.

Neuaufstellung der Führungsriege

Als Nachfolger hat Clark den früheren Generali-Vertriebsvorstand und Chef der Direktversicherungstochter Cosmos Direkt, Benedikt Kalteier, gewonnen. Er soll seinen Posten zum Jahreswechsel antreten. Kalteier hatte im Mai dieses Jahres überraschend seinen Abgang bei der Generali bekannt gegeben, nachdem er die neu geschaffene Vorstandsposition nur wenige Monate innegehabt hatte. Als Ziele bei Clark nennt Kalteier: „Beschleunigung des Wachstums, Investitionen in die App, Ausbau und Stärkung des Teams sowie Akquisitionen im Bereich Vertriebskraft und Kundenbasis“.

Außer Kalteier wird ab Dezember auch Balázs Gáti zur Clark-Führungsriege gehören. Gáti war zuletzt als Verantwortlicher für das globale Versicherungsgeschäft bei der britischen Neobank Revolut tätig, bei Clark wird er die Position des Technik- und Produktvorstands („Chief Product & Technology Officer“) bekleiden. Der Posten wird offensichtlich neu geschaffen.

Kommt Clark endlich aus der Verlustzone?

Zu Gründen der personellen Neuaufstellung sagt Adelt: „Wir haben uns in den vergangenen 24 Monaten organisatorisch stark professionalisiert. Es ist daher ein logischer Schritt, die operative Führung unabhängig vom Gründungsteam aufzubauen, um das Unternehmen nun für die nächste Entwicklungsphase vorzubereiten.“

Diese Phase soll offensichtlich der lange erwartete Schritt in die Profitabilität sein, denn Clark-Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Christopher Oster lässt sich wie folgt zitieren: „Sobald wir profitabel sind, startet eine neue Unternehmensphase. Wir planen in den nächsten Jahren eine stetige Verbesserung unserer digitalen Service- und Beratungsleistungen, höhere Effizienz interner Prozesse und Technologien sowie den Launch der Clark-App in drei weiteren europäischen Märkten.“

Damit wolle man bis 2027 der am schnellsten wachsende und effizienteste Versicherungsmakler in Europa für Privatkunden werden. Zur Realität gehört neben vollmundigen Ankündigungen auch, dass das 2015 gegründete Start-up die schwarzen Zahlen, wie so viele Mitbewerber, noch nicht erreicht hat. Wie hoch die Verluste zuletzt noch waren, ist nicht bekannt. 

 

Umsatzwachstum auf Rekordniveau

2021 war die Allianz mit ihrer Investmenteinheit Allianz X mit einer Minderheitsbeteiligung eingestiegen und verhalf Clark zu einer Milliardenbewertung. Das diesjährige Geschäftsjahr soll mit 50 Prozent Umsatzwachstum derweil das erfolgreichste der Unternehmenshistorie sein. Außerdem liege die Zahl der Kunden mittlerweile bei über 700.000. Hierzu dürften aber auch die 100.000 Verträge gehören, die durch den Kauf des Maklergeschäfts von Simplesurance im Oktober an Clark übergingen.