Generation Altersarmut: Junge Deutsche sorgen kaum fürs Alter vor

Das gaben 42 Prozent der Jugendlichen an, die nichts zusätzlich zurücklegen. Die Zahlen sind Ergebnisse einer aktuellen Studie für die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest 2.500 Personen zwischen 17 und 27 befragt hat.

„Das ist ein Desaster“, sagt Martin Reißig, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater. „Da steuert eine ganze Generation sehenden Auges in die Altersarmut. Und es zeigt vor allem, dass die einseitige Stärkung der privaten Vorsorgemodelle, die die Bundesregierungen seit Jahren fährt, vollkommen sinnlos ist.“

Lieber gesetzliche Rente stärken Der Bundesverband der Rentenberater fordert von der Politik schon länger, sich stärker auf die gesetzliche Rente als Instrument gegen Altersarmut zu konzentrieren. „Anstatt weiter immer neue Rentenprodukte zu erfinden und zu bewerben, sollten Politiker endlich begreifen, dass wir mit der gesetzlichen Rente ein System haben, dass schon jetzt gut funktioniert und um ein Vielfaches besser werden könnte, wenn es besser ausgestattet würde“, so Reißig weiter. Die Zurückhaltung der Jugendlichen beim Thema Altersvorsorge hat – laut Studie – neben fehlenden finanziellen Mitteln, noch weitere Gründe. Zum einen habe die Finanzkrise das Vertrauen in Banken und Versicherungen schwer beschädigt, Zum anderen wüssten viele Jugendliche nicht gut über finanzielle Dinge Bescheid. Rund die Hälfte habe zwar angegeben, sich in Finanzfragen ausreichend informiert zu sehen. Aber die meisten konnten Begriffe wie "betriebliche Altersvorsorge" und "Riester-Rente" nicht erklären.

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