Es ist eine der prägendsten Figuren in der deutschen Asset-Management-Branche, die ihren Abschied ankündigt: Hans Joachim Reinke wird seine Position als Vorstandsvorsitzender der Union Investment zum 1. April 2026 abgeben. Das gab der 64-Jährige in einem Linkedin-Beitrag bekannt. Sein Nachfolger steht bereits fest: André Haagmann, bislang im Vorstand für das institutionelle Geschäft zuständig, wird die Führung übernehmen.

„Es ist mir eine unbeschreibliche Ehre, über so lange Zeit Teil eines einzigartigen Teams gewesen zu sein und gemeinsam mit erstklassigen Kolleginnen und Kollegen die vielen Erfolge unserer Union Investment erarbeiten und erleben zu dürfen“, schreibt Reinke, der insgesamt 35 Jahre im Unternehmen tätig war, davon 22 Jahre im Vorstand und 15 Jahre als Vorstandsvorsitzender.

Reinke machte Union Investment zum großen Player 

Unter Reinkes Führung ist Union Investment zu einem der führenden Vermögensverwalter in Europa aufgestiegen. Das genossenschaftliche Fondshaus verwaltet inzwischen mehr als 500 Milliarden Euro – ein Meilenstein, den das Unternehmen erst kürzlich erreichte. Zum Jahresende 2024 kletterte das verwaltete Vermögen auf 504,7 Milliarden Euro. Auch beim Gewinn vor Steuern erzielte das Unternehmen mit 1,24 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

„Wir wachsen gegen den Trend und haben unsere Position in Deutschland dank der Unterstützung unserer genossenschaftlichen Banken weiter ausgebaut“, sagte Reinke bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens.

Rentenfonds besonders gefragt

Treiber des Erfolgs war erneut das Privatkundengeschäft. Mit Nettozuflüssen von 12,6 Milliarden Euro (2023: 12,2 Milliarden Euro) verzeichnete der Vermögensverwalter hier den zweithöchsten Wert seiner Geschichte. Besonders gefragt waren Rentenfonds, die netto 10,5 Milliarden Euro (2023: 7,3 Milliarden Euro) einsammelten. Der Löwenanteil mit 6,5 Milliarden Euro entfiel dabei auf den Uni Opti 4. Aktienfonds verzeichneten Zuflüsse von 4,7 Milliarden Euro (2023: 5,2 Milliarden Euro).

Nicht alle Segmente entwickelten sich 2024 jedoch positiv. Bei offenen Immobilienfonds verzeichnete Union Investment Abflüsse von 1,3 Milliarden Euro. Auch Mischfonds mussten mit -1,5 Milliarden Euro (2023: -1,2 Milliarden Euro) Abflüsse hinnehmen.

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Das institutionelle Geschäft wuchs zuletzt moderat. Die Nettozuflüsse lagen mit 4,7 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert von 4,6 Milliarden Euro. Hier standen vor allem klassische Fixed-Income-Strategien und Alternative Investments im Fokus der Anleger.

Reinke wird keine Ruhe im Ruhestand finden

Reinke zeigt sich zuversichtlich für die Zukunft des Unternehmens unter neuer Führung: „André steht für einen erfolgreichen Generationswechsel und wird gemeinsam mit dem Vorstandsteam aus Sonja Albers, Giovanni Gay und Frank Engels die Erfolgsgeschichte unserer Union Investment fortschreiben.“

Mit dem Führungswechsel endet im kommenden Jahr eine Ära bei Union Investment. Für den langjährigen Chef ist jedoch klar: „Wer mich kennt, weiß genau, dass ich auch anschließend keine Ruhe im Ruhestand finden werde.“ Was auf ihn warte, weiß er noch nicht. Nur, dass es „viele spannende Herausforderungen in Politik, Asset Management Branche und Finanzindustrie“ sein werden.