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Tokio: Die Schweizer Privatbank Lombard Odier baut ihr Geschäft in Japan aus. Foto: Getty Images

Tokio: Die Schweizer Privatbank Lombard Odier baut ihr Geschäft in Japan aus. Foto: Getty Images

Genfer Wealth Manager

Lombard Odier will Private-Banking-Geschäft in Japan ausbauen

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Lombard Odier (LODH), die älteste Privatbank Genfs, will ihr Private-Banking-Geschäft in Japan ausbauen. Geplant ist die Verstärkung um zehn Mitarbeiter im Wealth Management. Die Bank will Kundenbasis und verwaltete Vermögen auf Sicht der kommenden zwei Jahre verdoppeln.

LODH verwaltet Kundenvermögen im Umfang von 209 Milliarden Franken (192,1 Milliarden Euro) und werde im Zuge der Neueinstellungen auf 40 Personen in Japan wachsen, sagte Keiichi Hirano, der das Japan-Geschäft der Schweizer Bank leitet.

Vermögen von 12,7 Billionen Euro - mehr als die Hälfte davon in Cash

Japans Haushalte verfügten Ende Juni über Finanzvermögen im Umfang von 1.717 Billionen Yen (12,7 Billionen Euro). Davon hielten sie rund 52 Prozent in Barmitteln, zeigen Daten der japanischen Notenbank. Ausländische Banken stehen im Wettbewerb mit einheimischen Anbietern bei der Vermögensverwaltung. Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen, die ihre Erträge im Kreditgeschäft schmälern, wollen sie höhere Gebühren generieren.

"Japans Privatanleger sind immer mehr darauf aus, ihre Assets selber zu verwalten", sagte Hirano im Interview. "Sie sind besorgt bezüglich der Zukunft Japans. Das Land ist mit Defiziten konfrontiert, einer rückläufigen Geburtenrate und einer alternden Bevölkerung."

Standard & Poor’s hat Japans Rating gesenkt

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat im Vormonat das Langfrist-Rating Japans um eine Stufe auf A+ gesenkt. S&P zufolge ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es der Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe gelingen wird, auf Sicht der nächsten Jahre eine Wende beim schwachen Wirtschaftsausblick und der Inflation herbeizuführen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass die öffentliche Verschuldung Japans im kommenden Jahr auf 247 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen wird.

Hirano von LODH lehnte es ab, Einzelheiten zu den bis 2017 angestrebten Wachstumsplänen mitzuteilen. In Asien insgesamt verwalte die Genfer Bank Vermögen im Umfang von 8 Milliarden Dollar, sagte der Manager. Geplant sei die Einstellung von Fachkräften im Private Banking, von Vertriebsleuten und Fondsmanagern, fügte Hirano hinzu.

Credit Suisse Group AG, UBS Group AG, Mitsubishi UFJ Financial Group Inc., Sumitomo Mitsui Trust Holdings Inc. und Sumitomo Mitsui Financial Group Inc zählen in Japan zu den führenden Vermögensverwaltern.

Allianzen mit sieben Finanzunternehmen

Lombard Odier hat in Japan Allianzen mit sieben Finanzunternehmen, darunter Bank of the Ryukyus Ltd., Kagawa Securities Co., Chiba Bank Ltd. und Shizuoka Bank Ltd. Bis 2017 seien weitere sieben Bündnisse geplant.

Die anvisierte Zielgruppe in Japan seien Inhaber von Unternehmen, Manager sowie Familienunternehmen, so Hirano. Auch junge vermögende Privatpersonen mit einem Mindestanlagevolumen von 300 Millionen Yen (2,2 Millionen Euro) kämen als Zielgruppe in Betracht.

Japan weist weltweit die zweithöchste Zahl an Millionären aus, geht aus einem 2015 veröffentlichten Bericht von Capgemini und RBC Wealth Management hervor. Lediglich in den USA leben mehr Millionäre. Der im Juni durchgeführten Umfrage zufolge stieg die Zahl der Privatpersonen, die über mehr als eine Millionen Dollar verfügbares Anlagekapital verfügen, im Vorjahr um 5 Prozent auf 2,45 Millionen.

Die 1796 gegründete Genfer Bank beschäftigt weltweit 2.150 Mitarbeiter. Das erste Büro in Japan baute LODH 1992 auf. Hirano stieß 2013 zu LODH, nach Stationen bei Yamaichi Securities Co. und Societe Generale SA.

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