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Franklin Equity Group Eine neue Ära: Generative künstliche Intelligenz und die bevorstehende Innovationsexplosion

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Doch trotz unseres Optimismus sehen wir auch die Herausforderungen. Einige GenKI-Outputs können unsinnig oder zusammenhanglos sein. Darüber hinaus gibt es ethische Bedenken rund um eine potenzielle missbräuchliche Nutzung und die „algorithmische Voreingenommenheit“ der Technologie. Diese Punkte müssen sorgfältig geprüft werden, wenn komplexe Bedenken rund um Vertrauen und Datentransparenz zutage treten. Während des Dotcom-Booms der 1990er-Jahre gab es kaum staatliche Eingriffe. Dies steht in deutlichem Kontrast zu den Debatten, die heute geführt werden. Es wurden rasch neue Gesetze erarbeitet, darunter das KI-Gesetz der Europäischen Union. Im Zuge dieses Gesetzes wurde eine neue staatliche Stelle geschaffen, die für die Kontrolle der Entwicklung riskanter KI-Modelle zuständig ist, die vor ihrer Markteinführung genehmigt werden und bei denen laufende Verpflichtungen eingehalten werden müssen, wobei bei einer Nichteinhaltung die Lizenzen widerrufen werden können und Geldstrafen drohen. In den USA ist die Durchführungsverordnung von Präsident Biden aus dem Jahr 2023 aktuell die relevanteste Vorgabe. Wir gehen davon aus, dass weitere Regulierungsvorschriften auf den Weg gebracht werden. Dies könnte einige der Pioniere und die ersten Experimente etwas verlangsamen, aber der rasante Fortschritt von Open-Source-Modellen dürfte sich nur schwerlich regulieren lassen.

Das Fazit lautet, dass diese Technologien – genau wie die zugehörigen Regulierungen – kommen werden, und daraus ergeben sich konkrete und einzigartige Chancen.

 

Anders als in der Dotcom-Blase werden jetzt reale Werte geschaffen

Die Wild-West-Atmosphäre, die den Dotcom-Boom der 1990er-Jahre prägte, schuf die grundlegende Infrastruktur für das heutige digitale Zeitalter. Angefacht von der optimistischen Vision einer digital vernetzten Welt schnellten die Aktienbewertungen vieler Unternehmen in untragbare Höhen. Unternehmer und Investoren experimentierten mit einer breiten Palette an Geschäftsmodellen, die nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen sollten. Die unvermeidbare Korrektur begann im März 2000 mit dem Platzen der Dotcom-Blase. Doch die Kernthese einer digital vernetzten Welt, die diese Begeisterung anfachte, hatte weiterhin Gültigkeit. Das Internet revolutionierte die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und kommunizieren, und es begründete eine neue Marktkapitalisierung in Höhe von Billionen von US-Dollar. Es brauchte nur einfach mehr Zeit, bis sich nach der Phase des Experimentierens die neuen Geschäftsmodelle und die wahren Gewinner aus den Trümmern heraushoben.

Grafik 2: Der Hype kommt bekannt vor, doch diesmal ist etwas anders. Im Vergleich zur Dotcom-Ära sind die Bewertungen im IT-Sektor laut S&P 500 niedriger und die Rentabilität (ROE) ist höher

Quellen: Franklin Templeton, Bloomberg. Daten aus der Dotcom-Ära vom 16. Juli 1999, laut S&P 500 Information Technology Index. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen

Diesmal ist die Marktdynamik zwar anders, aber wir wissen noch sehr genau, wie ein gehyptes Narrativ „weltverändernde“ Ideen verkauft, bei denen sich vorab kaum feststellen lässt, ob sie richtig oder falsch sind. Unternehmen, die GenKI einsetzen, verzeichnen bereits heute Produktivitätszuwächse. In einigen Fällen hat die Einführung von GenKI-Tools und -Erweiterungen sogar zu einem beschleunigten Umsatzwachstum geführt.

Beispielsweise profitiert Microsoft schon jetzt in drei seiner Kerngeschäftsbereiche von deutlichen Umsatzerhöhungen und erzielt gleichzeitig in vielen Bereichen seines Softwareentwicklungsgeschäfts Effizienzsteigerungen durch GenKI.

Identifizierung der GenKI-Gewinner in der Produktion und im Konsum

Wir sehen bei GenKI zwar ein immenses Potenzial, doch die Identifizierung der angebots- und nachfrageseitigen langfristigen Gewinner stellt eine erhebliche Herausforderung dar und erfordert intensiven Fokus, ein Verständnis der Innovationszyklen und der Elemente einer nachhaltigen Wertschöpfung. GenKI ist eine noch junge Technologie, und derzeit ist noch nicht vollständig klar, wie sie sich letztlich auf die verschiedenen Branchen und Wirtschaftszweige auswirken wird. Darüber hinaus haben viele Unternehmen kühne Thesen zu ihrer Entwicklung und ihren Kompetenzen im GenKI-Bereich aufgestellt, daher ist es unerlässlich, Hype von Realität zu trennen.

Anlegern, die sich im Bereich der GenKI-Transformation engagieren möchten, möchten wir einige wichtige Überlegungen vorstellen, die sie auf ihrer Suche nach den Gewinnern beachten sollten:

  • Daten sind Trumpf: Unternehmen, die Zugang zu einzigartigen, großen und wachsenden Datensätzen haben, haben von Natur aus einen Vorteil. Neben der reinen Verarbeitungskapazität ist die Verfügbarkeit von Daten der Kraftstoff, der GenKI-Modelle antreibt, sodass sie lernen und sich weiter verbessern können. Die Verbreitung von Big Data und das exponentielle Wachstum der Rechenleistung haben den KI-Boom in ungeahntem Ausmaß vorangetrieben.
  • Der Aufbau von Modellen ist teuer: Der Aufbau und das Trainieren von KI-Modellen erfordern immense und teure Computerressourcen. Unseren Schätzungen zufolge erforderte der Aufbau einiger bekannter grundlegender KI-Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) Computerressourcen im Wert von fast einer Milliarde US-Dollar. Wenn die Skalierungsgesetze weiter Gültigkeit haben, dann dürften die Kosten für den Aufbau und die Weiterentwicklung dieser Modelle kontinuierlich steigen. Unternehmen, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um die für die Nutzung dieser Möglichkeiten erforderliche Rechenleistung bereitzustellen, werden eher in der Lage sein, sich einen Spitzenplatz zu sichern.
  • Gewinnung knapper KI-Talente: Für Unternehmen ist es unerlässlich, führende KI-Experten anzuwerben und zu halten. Unternehmen mit starken Teams werden bei der Entwicklung und dem Einsatz von GenKI-Lösungen einen großen Vorteil haben. Laut unseren Schätzungen sind weltweit weniger als 200 führende GenKI-Forscher in der Lage, die fortschrittlichsten grundlegenden Modelle zu entwickeln.
  • Wertschöpfung: Nach unserer Auffassung hängt Erfolg davon ab, ob es Unternehmen gelingt, ihre GenKI-Fähigkeiten in konkreten Mehrwert für ihre Kunden umzuwandeln. Langfristig werden diejenigen Unternehmen die Sieger sein, die ganz klar eine Kapitalrendite (Return on Investment, ROI) nachweisen und dabei ein nahtloses Nutzererlebnis schaffen, das neue Umsatz- und/oder Produktivitätsquellen schafft. Die Anbieter von KI-gestützter Technologie sind unseres Erachtens besonders gut positioniert, denn sie können ihren Kunden nicht nur innovative neue Produkte und Lösungen verkaufen, sondern profitieren als „Early Adopters“ oder „Frühanwender“ auch davon, dass sie zuerst auf dem Markt präsent waren. Damit sind sie gut aufgestellt, um ein beschleunigtes Umsatzwachstum zu erzielen und ihre Arbeitskosten unter Kontrolle zu halten, was zu einem unterschätzten Anstieg ihrer Rentabilität führen wird. Auch auf der Nachfrageseite dürften diejenigen, die als Erste mit dieser neuartigen Technologie experimentieren, davon profitieren, insbesondere im Hinblick auf die Kosten.
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