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Gesamtwirtschaftlicher Ausblick 2019-2020 Edmond de Rothschild senkt Wachstumsprognose für Schwellenländer

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China und die anderen Schwellenländer spüren die sinkenden Exporte in die USA

Die chinesischen Exporte in die USA sind zwischen dem vierten Quartal 2018 und dem ersten Quartal 2019 um 30% gesunken. Doch auch die Exporte nach Asien sind anders als Ende 2018 zurückgegangen. Während das chinesische Konjunkturprogramm zu einer Belebung der Infrastrukturinvestitionen geführt hat, sind die Auswirkungen auf den Konsum und die Industrieproduktion nach wie vor gering.

Das chinesische Wachstum könnte sich daher bei rund 6,4% stabilisieren. Dies reicht nicht aus, um die Wirtschaft in den Schwellenländern anzukurbeln. Unternehmen, die Waren in die USA exportieren, dürften somit Schwierigkeiten haben, Ersatzmärkte in China zu finden.

Aktivismus der Zentralbanken und Wachstum in der Eurozone könnten die globale Konjunkturabkühlung bremsen

Der Aktivismus der Zentralbanken könnte die Abkühlung des globalen Wachstums mindern. Darüber hinaus dürfte sich das US-Wachstum zwar verlangsamen, dank der Steuersenkungen zur Förderung von Investitionen, die auf die Steigerung der Produktivität ausgerichtet sind, aber solide bleiben. Zudem stützt eine höhere Produktivität tendenziell das Wachstum.

Das Wachstum in der Eurozone könnte sich dank einer expansiven Fiskalpolitik und höheren Kaufkraft der Privathaushalte nach unseren Prognosen bis Ende 2019 leicht auf 1,5% erhöhen. Eine Lockerung der Haushaltspolitik in Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone nach unseren Berechnungen um 0,4 Prozentpunkte steigen lassen. Während sich die Abschwächung der US-Importe voraussichtlich negativ auf die europäischen Exporte auswirken wird, wurde die mögliche Anhebung der US-Zölle auf europäische Autos auf den Herbst verschoben. Und schließlich wird der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, wer auch immer das sein wird, keine wesentlichen Änderungen an der Geldpolitik vornehmen können. Das Eurosystem ist mit einem erneuten Kreditrückgang im Süden konfrontiert. Die Kredite an privatwirtschaftliche Unternehmen gingen in Italien im ersten Quartal um -0,4% und in Spanien um -1,7% gegenüber dem Vorjahr zurück, während sie in Frankreich durchschnittlich um 6,5% und in Deutschland um 6,1% zunahmen. In der Eurozone wird daher weiterhin eine akkommodierende Geldpolitik bevorzugt, wobei die Umsetzung makroprudenzieller Maßnahmen empfohlen wird, um die Bildung von Blasen zu verhindern, wie dies insbesondere in Frankreich oder Belgien bereits geschehen ist. Darüber hinaus könnte ein Anstieg der Risikoprämien durch die Wiederanlage fälliger Staatsanleihen und neue Refinanzierungsgeschäfte, die dann gegebenenfalls angekündigt würden, eingedämmt werden.

Fazit

Aus unterschiedlichen, die USA und die Eurozone betreffenden Gründen, könnte sich der Wachstumsunterschied zwischen den beiden Wirtschaftsräumen trotz der Verschärfung des Handelskriegs im Laufe des Jahres 2019 verringern. Dies würde die weltweite Konjunkturabkühlung vor dem Hintergrund einer Zunahme der globalen Liquidität bremsen. Eine neue Runde von US-Strafzöllen würde das globale BIP nach unseren Berechnungen allerdings um 1% sinken lassen.

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