Zielkunden und Projekte Was die großen Maklerpools aktuell vorhaben
Fondsnet
Fondsnet habe schon immer einen Schwerpunkt bei Finanzen gehabt, sagt Pool-Chef Georg Kornmayer. Insgesamt tritt das Haus aber als Vollsortimenter auf: Es hilft ebenso im Versicherungsgeschäft wie auch in den Segmenten Finanzierungen und Immobilien. Im Investmentbereich setze man heute zunehmend auf standardisierte Vermögensverwaltungen, gemanagt werden die Strategien von der Fondsnet-Schwester Reuss Private Bank für Wertpapierhandel. Mit BN & Partners gibt es auch ein eigenes Haftungsdach. Die Pool-Kunden hätten sich im Laufe der Jahre geändert, beobachtet Kornmayer.
Ehemals habe man vor allem Einzelvermittler und kleinere Vertriebe betreut, die im Lauf der Zeit dann stark gewachsen seien. Inzwischen übernehme man technische Abwicklung auch für Sparkassen, Volks- und Privatbanken oder Versicherungen. Diese technische Seite – „die unsichtbare Hand im Hintergrund“, sagt Kornmayer – ist neben der Maklerbetreuung zu einem weiteren wichtigen Standbein geworden. Alleinstellungsmerkmal? Fondsnet verwende keine Fremd-Software, sondern entwickle alles selbst. Noch 2021 will man mit einer eigenen Software auch in die digitale Beratung starten.
Jung, DMS & Cie.
Jung, DMS & Cie. ist ebenfalls ein sogenannter Vollsortimenter, alle Versicherungs- und Finanzsparten sind vertreten. Vermögensverwaltung und ein Haftungsdach gibt es obendrein. Der Pool hat im Lauf der Zeit einen Schwerpunktwandel in Richtung Versicherungsgeschäft vollzogen. „Stand Ende 2020 kommen unsere Provisionserlöse zu 64 Prozent aus dem Versicherungsbereich und zu 29 Prozent aus dem Investmentgeschäft“, verrät Sebastian Grabmaier, Chef des Mutterkonzerns JDC. 2013 habe man begonnen, das Kerngeschäft digital umzubauen. Der ehemalige Produkt- und Marketing-Pool sei heute zur „führenden technischen Plattform für die Abwicklung von Versicherungs- und Finanzprodukten“ geworden.
Versicherungsgeschäft wickelt Jung, DMS & Cie. auch für bedeutende Großmakler ab – etwa von Lufthansa oder BMW, aber auch für Banken und Sparkassen. Die JDC-Plattform bündelt Services wie das hauseigene Kundenverwaltungsprogramm iCRM, eine Smartphone-App und ein Online-Vergleichsportal. Alles soll bequem anzusteuern sein, eine „Plug-and-play“- Lösung nennt man das im JDC-Jargon. „Wir programmieren ständig neue Tools und Anwendungen und integrieren sie in unsere Plattform“, so Grabmaier. Nach der Übernahme des Versicherungs-Analysehauses Morgen & Morgen binde man aktuell auch dessen Tools ins eigene System ein.
Netfonds
Netfonds ist mit Großhandelsgeschäft und Vertragsabrechnungen gestartet. Mittlerweile erbringe man eine „Plattform-Dienstleistung“, sagt Pool-Chef Martin Steinmeyer. Die Hamburger sind als Vollsortimenter ebenfalls in allen Vermittler-Sparten aktiv. Von 143 Millionen Euro Umsatz 2020 entfallen etwa 65 Prozent auf den Bereich Investment und 20 Prozent aufs Versicherungsgeschäft, erläutert Steinmeyer. Mit NFS ist ein Haftungsdach an Bord, mit Hamburger Vermögen auch eine Vermögensverwaltung. Netfonds bietet eine eigene Software namens Finfire an, die Partnern beim Vermitteln, Beraten und Verwalten des Geschäfts helfen soll. Auch Endkunden können darauf zugreifen. Das hauseigene IT-Team umfasse mittlerweile mehr als 60 Personen. Finfire weiterzuentwickeln genießt bei Netfonds dementsprechend hohe Priorität.
Qualitypool
Qualitypool ist eine Tochter der Unternehmensgruppe Hypoport. „Wir arbeiten mit den Technologieanbietern Europace und Smartinsurtech zusammen, die als Plattformanbieter beziehungsweise Marktplatz positioniert sind“, sagt Geschäftsführer Jörg Haffner. Dass man technikaffin sei, müsse man nicht extra betonen. Ursprünglich hatten sich die Lübecker auf Finanzierungen fokussiert – Baufinanzierung, Ratenkredite und Bausparprodukte. Mittlerweile bauen sie vor allem das Versicherungsgeschäft aus. Das Verhältnis zwischen Finanzierung und Versicherungen liegt heute bei etwa 60 zu 40 Prozent, verrät Haffner. Know-how aus verschiedenen Versicherungssparten kam durch den Kauf des Pools ASC und die Beteiligung an Amexpool hinzu. Eine Kooperation mit dem Vorsorgespezialisten Epension soll bald beim Ausbau des Segments Betriebliche Altersvorsorge helfen.







