DAS INVESTMENT: Welche marktrelevanten Themen werden das Jahr 2024 besonders prägen, und wie plant die Signal Iduna darauf zu reagieren?
Signal-Iduna-Gruppe
Torsten Uhlig: Ein Megatrend ist sicherlich die Nutzung von generativer KI mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Hier schauen wir uns unter anderem an, welchen Wert neue Anwendungen mittelbar oder unmittelbar für den Vertrieb haben. Dabei hilft uns auch unsere strategische Partnerschaft mit Google Cloud.
Auf welche Sparte beziehungsweise Geschäftsfeld fokussieren Sie sich besonders?
Uhlig: Die betriebliche Alters- und Krankenversicherung sowie die Absicherung gegen Cyberrisiken sind zwei Themen, die uns in diesem Jahr vertrieblich besonders beschäftigen werden, weil die Nachfrage hoch ist. Zum einen wegen des anhaltenden Arbeitskräftemangels, zum anderen wegen der reellen Gefahren durch Cyberangriffe, die mittlerweile auch den Mittelstand erreicht haben und betroffene Betriebe erheblich beeinträchtigen.
Welche Produktentwicklungen planen Sie in diesem Jahr?
Uhlig: Bei der Cyberabsicherung gehen wir mit einem modifizierten Produkt in den Markt, das einige innovative Neuerungen enthält. Ansonsten haben wir in allen Bereichen gute, wettbewerbsfähige Produkte, sodass wir uns in diesem Jahr auf Produktmodifikationen konzentrieren.
Wie planen Sie auf die Veränderungen im Maklermarkt zu reagieren?
Uhlig: Wir werden uns einerseits bei bestehenden Verbindungen stärker fokussieren und uns zusätzlich auf den Ausbau potenzialreicher Verbindungen konzentrieren.
An welchen Stellen wollen Sie ihr Unternehmen weiter digitalisieren, und wo planen Sie den verstärkten Einsatz von KI?
Uhlig: Durch die Bereitstellung und Nutzung digitaler Prozesse werden wir die Vermittler in deren Tagesarbeit entlasten und für Kunden guten Service erlebbar machen. Beim Einsatz von KI konzentrieren wir uns zunächst auf Automatisierungsmöglichkeiten und darauf, Wissen schneller verfügbar zu machen, um die Bearbeitung von Vorgängen zu beschleunigen. Die Mitarbeiter müssen von Routinetätigkeiten weiter entlastet werden, damit sie sich um die anspruchsvolleren Tätigkeiten bei ohnehin insgesamt knappen Ressourcen kümmern können.
Welche Verbesserungen streben Sie in ihren Nachhaltigkeitsbemühungen an?
Uhlig: Wir arbeiten konsequent an unserem Ziel, die Signal-Iduna-Gruppe bis zum Jahr 2030 weitestgehend CO₂-neutral aufzustellen. Dazu wird auch der Vertrieb seinen Beitrag leisten. Mit dem GDV-Ratgeber „Nachhaltigkeit und Versicherungsvertrieb“ unterstützen wir unsere Agentur-Vertriebspartner beim Erreichen von Nachhaltigkeitszielen.
Die Umsetzung welcher politischen und regulatorischen Ideen für die Versicherungsbranche würden Sie sich wünschen?
Uhlig: Aus Vertriebssicht sollten wir die leidige Diskussion zu den Provisionen endlich hinter uns lassen. Viel wichtiger ist es, sich einerseits mit der Absicherung der Menschen im Alter und im Krankheits- sowie Pflegefall zu beschäftigen, weil die demografische Entwicklung nicht mehr in der fernen Zukunft die Sozialsysteme überlastet, sondern die Überlastung jetzt schon konkret sichtbar wird. Zum anderen verstärkt der Klimawandel die Notwendigkeit, im Vertrieb als Risikomanager der Kunden zu agieren, sie also speziell zu Klimarisiken zu beraten.
