DAS INVESTMENT: Welche marktrelevanten Themen werden das Jahr 2026 besonders prägen und wie plant ihr Unternehmen darauf zu reagieren?
Oliver Schoeller: Regulierung, Nachhaltigkeitsanforderungen und Digitalisierung werden die Branche auch weiter herausfordern. Wir werden unsere Resilienz 2026 weiter stärken. Wie unsere vorläufigen Ergebnisse für das Jahr 2025 zeigen, sind wir da mit Beitragseinnahmen von voraussichtlich 9,27 Milliarden Euro, einer Solvency-II-Quote von über 200 Prozent und einem Konzern-Eigenkapital von rund 2,07 Milliarden Euro schon heute sehr gut aufgestellt.
Auf welche Sparte beziehungsweise Geschäftsfeld fokussieren Sie sich besonders?
Andreas Eurich: Wir wollen 2026 unsere Marktposition in allen Segmenten weiter ausbauen. Schon heute sind wir die Nummer Neun in der deutschen Versicherungsbranche. Für das nächste Jahr stehen umfangreiche Investitionen in moderne Technologien und KI, das konsequente Heben von Synergien sowie der Fokus auf stabile Kundenbeziehungen im Fokus.
Welche Produktentwicklungen und Weiterentwicklungen planen Sie für 2026?
Schoeller: Das verraten wir heute noch nicht.
Planen Sie Kooperationen, Zukäufe oder Bestandsbereinigungen für das kommende Jahr?
Eurich: Für uns steht in den nächsten Jahren das Zusammenwachsen in beiden Bedeutungen des Wortes weiter im Vordergrund. Mit der Zusammenlegung unserer beiden Exklusivvertriebe zum 1. Januar haben wir auf diesem Weg einen weiteren entscheidenden Schritt gemacht. Die wird auch mit einer neuen regionalen Betreuungsstruktur einhergehen. Im Maklervertrieb haben wir uns bereits 2024 entsprechend aufgestellt.
Welche Entwicklungen bei ihren Standorten und Mitarbeitern sind für 2026 zu erwarten?
Eurich: Zum 1. Januar wurde der Großteil unserer Mitarbeitenden unter dem Dach der BarmeniaGothaer AG in einer einheitlichen Sozialwelt zusammengeführt.
Was ist Ihre wichtigste Botschaft an ihre Vertriebspartner für 2026?
Schoeller: Mein herzlicher Dank gilt allen Vertriebspartnerinnen und -partnern der Barmenia Gothaer, die diesen Weg mit uns erfolgreich gehen und bereit sind, Neues entstehen zu lassen. Was uns dabei verbindet, ist ein vertrauensvolles Miteinander, gelebter Unternehmergeist und der klare Wille, die Zukunft aktiv zu gestalten. So wollen wir gemeinsam Chancen erkennen und nutzen – konsequent im Sinne unserer Kunden.
Wie werden Sie Ihre IT-Infrastruktur und Prozesse weiterentwickeln?
Schoeller: Wir haben eine klare Roadmap für die IT-Transformation, die wir Schritt für Schritt umsetzen. Rund 30 Millionen Euro werden 2026 in das Thema KI investiert, das denken wir sehr breit von Infrastruktur über Datenkonsolidierung, IT-Analytik bis hin zum Aufbau von Agentic-Plattformen.
Welche regulatorischen Themen bringen 2026 die größten Herausforderungen mit sich?
Eurich: Aktuell sehen wir keine neuen regulatorischen Herausforderungen. Uns beschäftigen eher die bekannten Themen wie „SII-Review“, die „CSRD“-Umsetzung ins nationale Recht und „DORA“.

