Geschäftsjahr 2019

Versicherer überraschen mit starkem Beitragsplus

Im laufenden Jahr zeichnet sich für Deutschlands Versicherer ein überdurchschnittlich gutes Geschäft ab. Nach Prognosen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden die Versicherungsbeiträge um mehr als 5 Prozent steigen. Getragen werde der Aufschwung demnach von der Nachfrage nach Lebensversicherungen mit neuen Garantien sowie vom Einmalbeitragsgeschäft.

Aber auch die wachsende Absicherung gegen Naturgefahren und die Nutzung digitaler Möglichkeiten tragen zu dem guten Ergebnis bei, berichtet Klaus Wiener. Der Chefvolkswirt des Branchenverbands sieht darin einen Beleg dafür, dass die Unternehmen ihr Geschäftsmodell erfolgreich an das veränderte Marktumfeld angepasst haben. „Die Bemühungen der Branche tragen Früchte“, kommentiert Wiener.

Rückkehr zur Normalität

Klaus Wiener, GDV

Ganz so positiv dürfte es im neuen Jahr aber wohl nicht weitergehen, warnt der Ökonom: „Das Wachstum wird sich normalisieren.“ Zwar sei die Stimmung in der Branche insgesamt noch gut, denn „strukturelle Faktoren sprechen auch künftig für ein stabiles Plus der Nachfrage“. Konkret nennt Wiener neue Absicherungsthemen wie Cyberkriminalität sowie die im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Versicherungsdurchdringung in Deutschland.

Doch gleichzeitig trübe sich jedoch die Konjunktur ein: „Die Weltwirtschaft befindet sich im Abschwung.“ Auch an der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank werde sich unter der neuen Chefin Christine Lagarde nichts ändern. „Die Zinsen bleiben auf absehbare Zeit extrem niedrig“, prognostiziert Wiener. „Das schmälert die Erträge aus den Kapitalanlagen“, so der Verbandsökonom weiter.

Zinsen bleiben niedrig

Das bleibe nicht ohne Folgen für die Stimmung der Branche: Laut jüngstem Ifo-Konjunkturindex für die Versicherungswirtschaft bewerten die befragten Manager ihre aktuelle Geschäftslage zwar noch positiv. Ihre Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung haben sich zuletzt jedoch verschlechtert. „Die Unternehmen blicken verhalten optimistisch auf das nächste Jahr“, zieht Wiener als Fazit. 

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