Wolfgang Kubatzki von Feri Euro Rating Services

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Geschlossene Fonds: „Die Begeisterung kommt mit dem richtigen Produkt“

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DAS INVESTMENT.com: Herr Kubatzki, Sie sagen, die Branche tut sich insgesamt noch schwer, marktgerechte Produkte zu konzipieren. Welche Produkte meinen Sie? Wolfgang Kubatzki: Immobilienfonds mit Objekten in bester Lage, langlaufenden Mietverträgen und solventen Mietern. Solche Core-Produkte mit minimalem Risiko sind bei Anlegern derzeit sehr gefragt. Sie bedienen die Sehnsucht nach Sicherheit – wer so ein Produkt hat, muss sich um die ganze Krisen-Diskussion nicht scheren. DAS INVESTMENT.com: Warum werden dann nicht viel mehr dieser Produkte konzipiert? Kubatzki: Das hat mehrere Gründe. Einerseits wachsen diese Objekte nicht auf den Bäumen. Alle wollen ein krisenfestes Investment in ihrem Portfolio haben, vom offenen Immobilienfonds über die Emissionshäuser bis hin zu den institutionellen Investoren. Darum gibt es eine Angebotsenge. Hinzu kommt aber auch noch eine Finanzierungsenge. DAS INVESTMENT.com: Inwiefern? Kubatzki: Die Emissionshäuser müssen einen Teil ihrer Investments vorfinanzieren, bis sie bei den Anlegern Geld eingesammelt haben. Die wenigsten Initiatoren können ihre Investments derzeit mit Eigenkapital hinterlegen. Die Banken sind derzeit sehr streng bei der Kreditvergabe und die Vorfinanzierung ist darum sehr schwierig. DAS INVESTMENT.com: Auch wenn es sich um Immobilien bester Qualität handelt? Kubatzki: Auch dann, denn nicht nur die Qualität der Investition spielt eine Rolle, auch die wirtschaftliche Lage des Initiators wir berücksichtigt. Da sich die Branche derzeit in schwierigem Fahrwasser bewegt, sind die Banken vorsichtig. DAS INVESTMENT.com: Und die Anleger auch. Kubatzki: Wenn man erst einmal so ein Produkt im Angebot hat, wird es einem aus der Hand gerissen. Das konnte man bei den Immobilienfonds von Real I.S. und Hannover Leasing gut beobachten. Die Begeisterung der Anleger kommt mit dem richtigen Produkt. DAS INVESTMENT.com: Bleibt der Absatz von Immobilienfonds so stark? Kubatzki: Im ersten Halbjahr 2009 haben die Emissionshäuser neue Immobilienfonds mit einem Eigenkapitalvolumen von 1,1 Milliarden Euro aufgelegt, damit nur 300 Millionen Euro weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Bereich hat sich also in Relation zu fast allem anderen sehr stabil gehalten. Ich sehe hier keinen Trend nach unten – außer es kommen jetzt lauter obskure Produkte auf den Markt. Das wird aber nicht passieren. DAS INVESTMENT.com: Immer mehr Emissionshäuser bringen Cleantech- und Erneuerbare-Energien-Beteiligungen auf den Markt. Sehen Sie hier einen Trend nach oben? Kubatzki: Durchaus, weil immer mehr kompetente Anbieter auch größere Produkte auf den Markt bringen. Beteiligungen mit einem Volumen von 20, 30 oder 50 Millionen Euro sind auch schon für den Bankenvertrieb interessant. Das sorgt für einen Absatzschub.

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