Quelle: White Owl Capital

Quelle: White Owl Capital

Geschlossene Solarfonds: Förderung in Frankreich wird gesenkt

//
Zum 1. September 2010 tritt ein neuer Ministerialerlass zur Regelung der Einspeisetarife für Photovoltaikanlagen in Frankreich in Kraft. Wie das französische Wirtschafts- und Umweltministerium in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, soll die Vergütung für gewerbliche Großprojekte um 12 Prozent gesenkt werden.

Allerdings betrifft die neue Regelung ausschließlich Projekte, die vor dem 1. September noch keinen vollständigen Antrag auf Anschluss an das öffentliche Stromnetz beim Netzbetreiber gestellt haben. Für alle bereits beantragten Projekte und für Anlagen, die den vollständigen Antrag noch bis zum 30. August stellen werden, gilt Bestandsschutz. Für sie gelten die bisherigen Einspeisetarife.

Die Mitteilung der Franzosen kommt überraschend, erklärt das Emissionshaus Leonidas gegenüber DAS INVESTMENT.com. Grund zur Sorge bestehe für den aktuellen Solarfonds Leonidas IV jedoch nicht. Schließlich sei die Absenkung nur für die Zukunft geplant, nicht für die Vergangenheit. Der Bestandsschutz für alle bisher schon beantragten Anlagen sei deshalb ein klares Zeichen des fairen Umgangs mit allen Marktteilnehmern und Investoren“, so das Emissionshaus.

Cleantech Magazin

Cleantech Magazin
Aktuelle Ausgabe
Solarenergie: Die neusten Technologien und die besten Investments

>> jetzt neu: zum Blättern

>> zum klassischen PDF

>> kostenlos abonnieren

„Es gibt genügend Anlagen am Markt, bei denen die Netzeinspeisung bereits vollständig beantragt wurde“, sagt Geschäftsführerin und Fondsmanagerin Antje Grieseler. Ihr Fonds habe in den vergangenen Wochen bereits ausreichend Projekte für die aktuelle Beteiligung gesichert. „Sogar für einen nachfolgenden Fonds würde unsere derzeitige Pipeline an bereits beantragten Projekten ausreichen“, so Grieseler.

Neues Tarifsystem geplant

Darüber hinaus planen die beiden Ministerien nach eigenen Angaben, im Herbst 2010 in Zusammenarbeit mit Interessenverbänden ein neues Tarifsystem zu entwickeln. Damit wolle man dauerhaft einen jährlichen Zuwachs von 500 Megawatt (MW) aus französischen Photovoltaikanlagen gewährleisten.

Dass diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden, sei aber noch lange nicht gewiss, kommentiert Leonidas das Vorhaben der Franzosen. „Entscheidend in diesem Zusammenhang ist, dass die aktuellen Projekte von diesen Planungen der Regierung nicht betroffen sind und für diese Rechtssicherheit bestehen“, so Leonidas. Zudem werde sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen, welchen Einfluss die Solarlobby in Frankreich noch nehmen kann, um die Pläne – wie in Deutschland auch geschehen – abzumildern.

Mehr zum Thema
Geschlossene Solarfonds: „Hohe Fremdkapital-Quote ist ein Zeichen für Solidität“Kürzung der Solar-Förderung ist durchSolar-Förderung: Bundesrat hält die Kürzung auf