Pascal Seppelfricke

Pascal Seppelfricke

Geschlossener Zweitmarktfonds: „Investitionsquote von 100 Prozent“

DAS INVESTMENT.com: Wie kommt ein Family Office zu einem Zweitmarktfonds? Pascal Seppelfricke: Wir haben ein quantitatives Analysesystem für Beteiligungsangebote entwickelt, dessen Ergebnisse wir über SFO der Öffentlichkeit zugänglich machen. Vor allem für Fonds, die in deutsche Immobilien investieren, haben wir hausintern große Expertise aufgebaut. So war der Schritt zu einem Dachfonds, der breit gestreut am Zweitmarkt in Immobilienfonds investiert, nicht wirklich weit. DAS INVESTMENT.com: Ein Grund für das Zweitmarkt-Engagement dürfte sein, dass Sie bei der Beteiligung die Emissionskosten der Zielfonds sparen.
Seppelfricke: Das stimmt. Zusätzlich haben die in Frage kommenden Immobilienfonds in der Bewirtschaftungsphase bewiesen, dass sie performen. Das reduziert die Risiken. Um alle relevanten Fondsdaten und die Leistungsbilanzen der Emissionshäuser mit einfließen lassen zu können, arbeiten wir mit dem Analysehaus Procompare zusammen. DAS INVESTMENT.com: Wer ist Ihre Zielgruppe? Seppelfricke: Bei dem Fonds steigt unser Family Office ein, zusätzlich können sich institutionelle Investoren ab 250.000 Euro und private Anleger ab 10.000 Euro beteiligen. Das Gesamtvolumen unseres Fonds wird bei 15 Millionen Euro liegen. Bei Beteiligungen bis 250.000 Euro beträgt das Agio maximal 5 Prozent, darüber sehen wir kein Aufgeld vor. Die Investitionsquote unseres Fonds liegt bei 100 Prozent – oberhalb einer Highwater Mark von jährlich 6 Prozent fallen 15 Prozent als erfolgsabhängige Managementvergütung an. DAS INVESTMENT.com: Das heißt, dass der Fonds etwaige Verluste zunächst durch Gewinne ausgeglichen haben muss, bevor Managementgebühren anfallen. Seppelfricke: Ja. Bei einer Highwater Mark, die wir aus dem institutionellen Fondsgeschäft kennen, bleibt die Bewertungsgrundlage des Fonds immer auf dem Einstandsniveau und kann sich bei einer zwischenzeitlichen Negativentwicklung nicht nach unten verschieben. Das wäre beispielsweise bei einer Hurdle Rate der Fall. Eine Highwater Mark ist so die im Anlegerinteresse fairste Vorgehensweise. DAS INVESTMENT.com: Zum Agio kommt aber wohl noch eine Bestandsprovision für den Vertrieb hinzu. Seppelfricke: Ja. Wir wollen weg von Vorab-Lösungen, die zu Lasten der Investitionsquote gehen. So bevorzugen wir auch bei der Vertriebsprovision Konzepte, die im Wertpapiermarkt üblich sind. So planen wir bei der Anleger-Tranche 0,75 Prozent pro Jahr an Bestandsvergütung. Das Emissionshaus, das in Vorleistung geht, bekommt erfolgsabhängig per annum 0,1 Prozent des Fondsvolumens. DAS INVESTMENT.com: Wie viele unterschiedliche Fonds sollen ins Portfolio?
Seppelfricke: Nicht mehr als 35. Eine höhere Zahl bringt nach portfoliotheoretischen Grundsätzen keine zusätzlichen Vorteile bei der Streuung der Risiken. DAS INVESTMENT.com: Welche Rendite peilen Sie an?
Seppelfricke: Jährlich rund 9 Prozent vor Steuern. Wichtig ist, dass wir ausschließlich aus Gewinnen ausschütten. Das ist eine rechtliche Bedingung dafür, dass unsere Fondsanteile vollständig erbschaftssteuerfrei übertragen werden können. Für unsere vermögenden Mandanten ist das eine sehr interessante Sache. DAS INVESTMENT.com: Fahren Sie Ihre Erstmarkt-Analysen jetzt zugunsten der Zweitmarkt-Aktivitäten zurück? Seppelfricke: Nein, unsere Analysen von Neuemissionen führen wir konsequent fort. Dabei geht es uns nicht um ein gewinnorientiertes Geschäftsmodell. Eine Einzelanalyse kostet 39 Euro. Zudem bieten wir für Privatanleger und Fondsberater unter anderem Jahres-Abos für 79 Euro monatlich an. Wichtig ist uns, Transparenz in den Markt zu tragen und die qualitative Fondsauswahl bei Banken und im freien Vertrieb zu unterstützen.
 
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