Gesetzliche Rente: Deutsche haben keine Ahnung

Die Rentenreform im Jahr 2005 ist an den Deutschen offenbar vollkommen vorbeigegangen. Das legt eine Umfrage unter 500 deutschen Anlegern nahe, die das Forschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment durchgeführt hat.

So gehen 84 Prozent der Befragten davon aus, dass sie ihre gesetzliche Rente im Alter nicht versteuern müssen. Nur 16 Prozent der Umfrageteilnehmer ist die nachgelagerte Besteuerung der Rente bekannt.

Der Kenntnisstand steigt dabei leicht mit zunehmendem Alter der Befragten an. Bei den 20- bis 29-Jährigen wissen 8 Prozent über die steuerliche Behandlung der Rentenzahlung Bescheid, bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 22 Prozent. Deutliche Wissensunterschiede gibt es auch in Abhängigkeit vom monatlichen Haushaltsnettoeinkommen. Liegt dies unter 2.300 Euro, wissen nur rund 4 Prozent, dass die Rente im Alter versteuert werden muss. Bei einem Verdienst von 2.300 bis 4.000 Euro liegt der Wert bei rund 15 Prozent, und bei einem Einkommen von mehr als 4.000 Euro kennt knapp jeder Dritte (32 Prozent) die gesetzliche Regelung.

Noch schlechter sieht es aus, wenn die Befragten den Steuersatz bei einem heutigen Rentenbeginn nennen mussten: Hier lagen sogar alle falsch. 90 Prozent konnten gar keinen Wert angeben, 2 Prozent nannten einen Steuersatz über den korrekten 66 Prozent, und knapp jeder Zehnte (8 Prozent) schätzte ihn niedriger ein.

Gefragt nach dem steuerpflichtigen Anteil ab dem Jahr 2040 konnten nur 8 Prozent richtig angeben, dass ab diesem Zeitpunkt die vollen Bezüge in der Steuererklärung angeben werden müssen.

Große Unsicherheit besteht laut der Studie auch bezüglich der zukünftigen Rentenhöhe. Bei der Frage, wie viel Prozent des letzten Einkommens man später als gesetzliche Rente bekommt, gaben 38 Prozent der Befragten mit einer Bandbereite von 30 bis 50 Prozent die richtige Antwort. 11 Prozent erwarten eine staatliche Leistung von weniger als 30 Prozent, 43 Prozent rechnen mit mehr als 50 Prozent des Einkommens als Rente.

Laut dem Vorsorgeatlas Deutschland, den die Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment in diesem Jahr erstellt hat, bekommen die Menschen im Durchschnitt 42 Prozent ihres letzten Einkommens als Rente. Je nach Altersgruppe unterscheiden sich die Quoten allerdings deutlich. So erhalten die heute 20- bis 34-Jährigen im Schnitt rund 38 Prozent, die 50- bis 65-Jährigen hingegen 51 Prozent.

Trotz der Wissenslücken über ihre Rente meinen 62 Prozent der Befragten, genug fürs Alter vorgesorgt zu haben. Nur 16 Prozent denken, dass ihre Anstrengungen nicht reichen. Je nach monatlichem Haushaltsnettoeinkommen gibt es bei der Einschätzung deutliche Unterschiede. Bei einem Einkommen von unter 1.300 Euro haben nach eigenen Angaben nur 21 Prozent eine ausreichende Altersvorsorge. Liegt das Einkommen zwischen 1.300 und 3.100 Euro, geben 53 Prozent an, über eine genügend Zusatzrente zu verfügen. Bei der Gruppe über 3.100 Euro liegt der Wert sogar bei 74 Prozent.

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