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Altersvorsorge in Deutschland
Rentenerhöhung: Wer jetzt bis zu 12 Prozent mehr Geld erhält
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Altersvorsorge in Deutschland Rentenerhöhung: Wer jetzt bis zu 12 Prozent mehr Geld erhält

Rentenerhöhung zum 1. Juli 2024
Mehr Geld für Rentner: Der Bundesrat hat der Rentenerhöhung um 4,57 Prozent zum 1. Juli zugestimmt, die in diesem Jahr erstmals einheitlich für Ost- und Westdeutschland ausfällt. | Foto: Biallo & Team GmbH

In den alten und neuen Bundesländern steigen die Renten jetzt erstmals um den gleichen Prozentsatz: Ab Juli geht es in Ost und West jeweils um 4,57 Prozent nach oben. Der Bundesrat hat vergangene Woche einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zugestimmt.

Diese krumme Zahl berechnet sich aus den Regeln in Paragraf 68 des Sechsten Sozialgesetzbuchs (SGB VI). Demnach sollen die Renten mit den Löhnen und Gehältern der abhängig Beschäftigten steigen. Hierbei zählt immer das Lohnplus des Vorjahres, das zuletzt 4,72 Prozent betragen hat. Daneben spielen noch der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, der Beitragssatzfaktor und die Rentengarantie eine Rolle für die Berechnung. Letztere besagt, dass das Rentenniveau im Verhältnis zum Lohnniveau nicht unter 48 Prozent sinken darf. Dies ist durch das Rentenpaket II bis zum Jahr 2039 festgeschrieben

Rentenwert steigt auf 39,32 Euro 

„Die höhere Rente wird meist Ende Juli ausgezahlt. Einen Antrag muss dafür niemand stellen“, erklären die Betreiber des Verbraucher-Portals „Biallo.de“, die einen aktuellen Ratgeber hierzu veröffentlicht haben. Neben der Alters- werden auch die Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten entsprechend erhöht.

Der für die Höhe der individuellen Einkünfte maßgebliche Rentenwert steigt von bislang 37,60 Euro auf 39,32 Euro. Bedeutet: „Wenn Sie zum Beispiel bislang brutto eine Rente von 1.500 Euro erhalten haben, können Sie ab Juli dieses Jahres mit 1.568,55 Euro rechnen“, so die Autoren weiter. Die Kopplung an die Lohnentwicklung mache „die gesetzliche Rentenversicherung angesichts des noch immer niedrigen Zinsniveaus seit etlichen Jahren gegenüber herkömmlichen privaten Rentenversicherungen attraktiver“. 

Steuernachforderung des Finanzamtes 

Für die rentenpolitische Debatte und die Festlegung der Rentenerhöhung spielt der sogenannte „Standardrentner“ eine zentrale Rolle: Beim Berechnen der Standardrente wird unterstellt, dass eine fiktive Person 45 Jahre lang jedes Jahr genau durchschnittlich verdient und entsprechend Rentenbeiträge zahlt. Dieser Standardrentner käme 2024 auf 1.769,40 Euro Bruttorente monatlich (45 x 39,32 Euro), wovon im Schnitt 11,55 Prozent an Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung abzuziehen sind. Es verbleiben 1.565,03 Euro – vor Steuern.

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Im Einzelfall müssen die Betroffenen eine Einkommenssteuererklärung abgeben und es kommt zu einer Steuernachforderung des Finanzamtes. Dies betrifft bislang allerdings überwiegend nur Rentenbezieher mit zusätzlichen Einkünften – etwa aus der Vermietung von Immobilien. 

 

Außerplanmäßige Erhöhung der Rente 

Rund drei Millionen Rentner profitieren jetzt zusätzlich von einer außerplanmäßigen Erhöhung ihrer monatlichen Bezüge. Insgesamt können sie sich über ein Rentenplus von bis zu 12,41 Prozent freuen. Hiermit können diejenigen rechnen, bei denen in der eigenen Rente oder bei der Berechnung der Hinterbliebenenrente in der Zeit vor 2019 sogenannte Zurechnungszeiten berücksichtigt wurden.

Hintergrund sind zwei Verbesserungsrunden, die dafür sorgen, dass das Niveau der Erwerbsminderungsrenten inzwischen deutlich gestiegen ist. Davon waren aber jeweils sogenannte „Bestandsrentner“ ausgeschlossen – also diejenigen, die zu dem Zeitpunkt, als die Neuregelungen in Kraft traten, bereits Renten bezogen. Sie profitierten nicht von den Neuregelungen, sondern nur Neurentner. 

Die entscheidenden Stichtage für die Leistungsverbesserungen sind der 1. Juli 2014 und der 1. Januar 2019, erklären die Autoren von Biallo.de weiter. Außerdem gehen sie im Detail darauf ein, was für unterschiedliche Rentnergruppen gilt und was sich konkret für sie ändert (siehe Seite 2). Hierfür stellen sie Beispielfälle dar und gehen auf Praxisfragen ein. 

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