Koen Bosquet ist Co-Fondsmanager unter anderem für den DPAM Equities Euroland (ISIN: BE0058181786) und den DPAM Equities Europe (BE0058178758) | © Degroof Petercam Foto: Degroof Petercam

Gespräch über die Zukunft

„In jedem Elektroauto stecken Chips von Infineon“

DAS INVESTMENT: Herr Bosquet, wie läuft’s?

Koen Bosquet: Gut. Die Menschen haben viel Geld, das sie anlegen müssen.

Das ist nicht neu.

Bosquet: Aber jetzt wird Cash teurer und teurer. Deshalb müssen sie etwas tun. Das sieht man auch an den steigenden Aktienkursen. Bei nachhaltigen Aktien, den ESG-Werten, zeigt sich sogar schon eine Blase.

Im Ernst jetzt?

Bosquet: Ja, ich kenne einige Leute in London, die mehr und mehr darauf angesprochen werden. Es ist einfach ein sehr großes Thema und kann wirklich etwas bewegen. Insofern ist eine Blase gar nicht so schlecht.

Wenn sie platzt, ist das schlecht.

Bosquet: Nicht ausschließlich. Wenn es abwärts geht, ist das auch immer eine Zeit, in der sich gute von schlechten Unternehmen trennen. Marktteilnehmer achten dann wieder mehr auf die Qualität der einzelnen Unternehmen. Und das ist gut.

Welches Thema ist in Ihrem Portfolio am wichtigsten?

Bosquet: Das ist sicherlich der Klimawandel. Zum Beispiel müssen wir das Thema Stromversorgung neu denken.

Wie?

Bosquet: Die Stromnetze in den Industrieländern sind ziemlich alt. Man muss sie erneuern und so flexibel machen, dass sie mit Überschüssen und Mängeln gut und schnell umgehen können. Nachhaltige Energien aus Wind und Sonne schwanken sehr stark, darauf muss man reagieren. Deshalb haben wir mit Infineon ein Unternehmen, das Prozessoren für smarte Stromnetze herstellt. Ebenso stecken in jedem Elektroauto Chips von Infineon, unabhängig von der Marke. Außerdem mögen wir Energieversorger, die sich mit Stromnetzen auskennen. Iberdrola aus Spanien ist so ein Unternehmen mit viel Erfahrung. Wir beobachten, wie sich viel Geld in Richtung der Erneuerbaren Energien verschiebt.

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