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60 Prozent Kursplus: Dieser Brause-Hersteller macht es Coca-Cola vor

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Im bisherigen Jahresverlauf bis Mittwoch haben die Aktien von Cott einen Ertrag von rund 60 Prozent erzielt - verglichen mit mageren 2,5 Prozent bei PepsiCo, während Coca-Cola seinen Investoren gar einen Verlust von 2,8 Prozent einbrachte. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor. Der 60-Prozent-Ertrag ist mehr als sechs Mal so hoch wie der Durchschnitt bei Unternehmen aus der nordamerikanischen Getränkebranche mit einem Marktwert von mehr als 500 Mio. Dollar.

Während der Konsum von kohlensäurehaltigen Brausen schrumpft, heizt in den USA die Erholung der Wirtschaft die Nachfrage nach Wasser- und Kaffeeprodukten an. Genau auf diesem Markt hatte Cott im vergangenen Jahr einen Fuß in die Tür bekommen, als es für 1,25 Milliarden Dollar DS Services of America kaufte. Das Unternehmen aus dem amerikanischen Atlanta versorgt 1,5 Millionen Haushalte und Büros.

„Sie haben es hinbekommen, ihren Portfolio-Mix und ihren Cash-Flow zu verändern. Und wir glauben, dass sich das von hier aus noch weiter beschleunigen wird“, sagte Jack Murphy, leitender Portfoliomanager bei der New Yorker Levin Capital Strategies, dem größten Cott-Aktionär, gegenüber Bloomberg. „Über die nächsten Jahre wird es einen vernünftigen Ertrag geben - oder sogar noch mehr als das.“

Cott hat die eigenen Anlagen für die Softdrinkherstellung dazu genutzt, um Sprudel sowie aromatisiertes Wasser, Energie- Drinks sowie Tee mit Kohlensäure herzustellen. DS Services of America stattet das Unternehmen nun mit einem Lkw- Vertriebsnetzwerk aus, um einige dieser Produkte direkt an Verbraucher zu verkaufen, berichtet Vorstandschef Jerry Fowden.

Der Kauf von DS Services brachte zudem neue Wassermarken wie Alhambra, Hinckley und Sparkletts ins Portfolio.

Noch ist Cott mit Zukäufen allerdings nicht fertig. Das Unternehmen will laut Fowden bis zu 20 Millionen Dollar in die Übernahme von kleineren Wasser- und Kaffee-Lieferservices stecken, um den Vertrieb auszubauen.
Fowden geht davon aus, dass der steigende Absatz von Wasser, Mischgetränken und Kaffee dabei helfen wird, die Rückgänge bei Brausegetränken auszugleichen. Letztere stehen hinter weniger als 20 Prozent vom Umsatz bei Cott - nachdem 2012 der Anteil noch 41 Prozent betragen hatte.

Cott verfügt über insgesamt 60 Werke in den USA, Kanada, Großbritannien und Mexiko. Gegründet wurde das Unternehmen von Henry Pencer, der 1952 mit dem Import von Brausegetränken nach Kanada begann und drei Jahre später selbst die Produktion in der Provinz Quebec aufnahm.

Daten von Bloomberg zufolge wird die Aktie von vier Analysten zum Kauf empfohlen. Vier weitere raten dazu, sie zu halten, während einer den Titel mit „Verkaufen“ einstuft. Sieben der Analysten haben im Durchschnitt ein 12-Monats- Kursziel von 14,12 Kanada-Dollar. Am Donnerstag schlossen die Titel bei einem Kurs von 12,60 Kanada-Dollar.

Cott hat in diesem Jahr seinen Investoren zwar nur beste Erträge beschert. Das Unternehmen ist im Vergleich zum Gewinn aber nach dem Kauf von DS Services auch so stark verschuldet wie keiner der anderen Wettbewerber in Nordamerika, wie Bloomberg Intelligence Ende Mai berichtete. Die Aktie ist mehr als doppelt so teuer in Relation zum erwarteten Gewinn wie die Titel der nordamerikanischen Konkurrenten im Durchschnitt. Das geht aus Daten hervor, die Bloomberg ausgewertet hat.

Dennoch: Der Zukauf von DS Services „hat die Aktien, hat das Unternehmen verändert“, meint Analyst Jonathan Feeney von Athlos Research in Wayne, Pennsylvania. „Alles deutet darauf hin, dass es großes Wachstum für Lieferungen an Haushalte und Büros geben wird.“

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