Der Großteil der Gesundheitsausgaben floss 2010 <br> an die Arztpraxen. Quelle: Fotolia

Der Großteil der Gesundheitsausgaben floss 2010
an die Arztpraxen. Quelle: Fotolia

Gesundheit: GKV zahlte mehr als 165 Milliarden Euro

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Laut dem Statistischen Bundesamt gab Deutschland im Jahr 2010 mit 287,3 Milliarden Euro 11,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Gesundheit aus. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 11,7 Prozent. Den leichten Rückgang dieses Indikators führen die Statistiker auf den starken Anstieg der Wirtschaftsleistung nach dem Krisenjahr 2009 zurück. Rechnerisch betrugen die Gesundheitskosten jedes Einwohners 3.510 Euro (2009: 3.400 Euro). Den Großteil davon übernahm die GKV.
Sie trug mit 165,5 Milliarden Euro rund 58 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Ihre Ausgaben lagen um 4,7 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent über denen des Vorjahres.

Den stärksten prozentualen Anstieg der Ausgaben verzeichnete mit 6 Prozent die soziale Pflegeversicherung. Ihre Ausgaben erhöhten sich um 1,2 Milliarden auf 21,5 Milliarden Euro. Damit entfielen im Jahr 2010 insgesamt 7 Prozent der Gesundheitsausgaben auf diesen Versicherungszweig.

Am zweitstärksten stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte. Sie gaben mit 39 Milliarden Euro rund 1,6 Milliarden Euro oder 4,3 Prozent mehr aus als im Vorjahr für Gesundheit aus. Ihr Ausgabenanteil betrug 14 Prozent.

Das meiste Geld floss in die Arztpraxen

Fast jeder zweite Euro der Gesundheitsausgaben (49 Prozent) floss in Einrichtungen der ambulanten Gesundheitsversorgung. Den Großteil davon bekamen die Arztpraxen mit 43,1 Milliarden Euro (+ 0,3 Milliarden Euro oder + 0,8 Prozent) und die Apotheken mit 40,9 Milliarden Euro (+ 0,8 Milliarden Euro oder + 1,9 Prozent).

In den stationären und teilstationären Sektor, zu dem Krankenhäuser, stationäre Pflege-, sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen zählen, flossen mit 104,2 Milliarden Euro 36 Prozent aller Gesundheitsausgaben.
Hintergrundinfo: Die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesenen Gesundheitsausgaben enthalten neben sämtlichen Gütern und Leistungen zur Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege auch die Verwaltungskosten sowie Investitionen in Gesundheitseinrichtungen. Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen, sowie Ausgaben für krankheitsbedingte Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen, wie die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, werden in der Statistik hingegen nicht berücksichtigt.

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