Gesundheit zum Gruppentarif

Quelle: Fotolia

Quelle: Fotolia

// //

Harold Franke freut sich. „Bei Einstellungsgesprächen ist es vorteilhaft, wenn wir argumentieren können: Wir tun was für Ihre Gesundheit”, sagt der Geschäftsführer bei Renault Trucks. Seinen rund 70 Mitarbeitern in Brühl will die Firma etwas mehr bieten als das schnöde Standard-Gehalt. Zusammen mit der Gothaer-Tochter Medi-Expert hat der Lastwagenhersteller daher ein Gesundheitsförderungsprogramm konzipiert. Dazu gehören Entspannungskurse wie Yoga und Tai-Chi ebenso wie regelmäßige Herz-Kreislauf-Gesundheitschecks. Teil des Konzepts sind auch günstige Gruppentarife bei Krankenzusatzversicherungen. Bis zu 12 Prozent günstiger
Die Gruppen-Zusatzpolicen ähneln von den Leistungen her ihren einzelvertraglichen Geschwistern. „Am häufigsten werden die Tarife nachgefragt, die die klassischen Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließen”, sagt Willi Dederichs, zuständig für Gruppenversicherungen bei der Ergo-Tochter DKV. „Dazu gehören Sehhilfen, Zahnersatz oder Auslandsreise-Tarife.” Hauptvorteil des Gruppenvertrags sei der niedrigere Preis: „Die Tarife können bis zu 12 Prozent günstiger sein”, so Dederichs. Grafik vergrößern Es ist aber auch noch mehr drin. Der Gruppen-Zahnzusatztarif der Gothaer etwa beträgt für einen 30-jährigen Mann 3,27 Euro im Monat; ein vergleichbarer Einzeltarif würde ihn 10,75 Euro kosten. Innerhalb der Gruppe können die Beiträge unterschiedlich sein – ein älterer Arbeitnehmer zahlt mehr als ein jüngerer. Die grundsätzliche Ersparnis gegenüber Einzeltarifen gilt aber auch für ältere oder kränkere Mitarbeiter. Sie resultiert aus den niedrigeren Abschlusskosten. „Auch in der Gruppenversicherung wird für jedes einzelne Versicherungsverhältnis Provision gezahlt, aber weniger als in der Einzelversicherung”, so Winfried Grossmann, Leiter Gruppenversicherung bei der Halleschen. Was ein klarer Vorteil für Firma und Mitarbeiter ist, klingt für Ausschließlichkeitsvertrieb und Makler, die die Gruppenpolicen überwiegend vertreiben, erst einmal schlecht. Indes: „Die Gruppenversicherung hat für den Vermittler den Sinn und Zweck, das Potenzial durch den Rahmenvertrag mit dem Arbeitgeber auszuschöpfen”, erklärt Karin Koert-Lehmann, Expertin für Gruppentarife bei der Central Krankenversicherung. „Er kann erheblich höhere Stückzahlen generieren, als wenn er die Mitarbeiter eines Unternehmens einzeln ansprechen würde.”