Gewinn verdreifacht

Investmentbanking rettet Deutsche Bank

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Der Nettogewinn lag bei 796 Millionen Euro, im Vergleich zu 237 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die größte deutsche Bank am Donnerstag aus Frankfurt mitteilte. Das entsprach der durchschnittlichen Erwartung in Höhe von 797 Millionen Euro von zehn Analysten aus einer Bloomberg-Umfrage.

Co-Vorstandschef John Cryan, der Anshu Jain in diesem Monat abgelöst hat, ist auf dem Weg, die Profitabilität der Bank durch Kostensenkungen und Verkleinerung mancher Geschäftsbereiche zu verbessern. Die Strategie der Bank sieht vor, die bereinigten Kosten bis 2020 um rund 15 Prozent zu verringern und das Investmentbankengeschäft bis 2018 um bis zu 17 Prozent zu verkleinern. Cryan sagte Anfang Juli, er werde Einzelheiten zur Strategie bis Ende Oktober vorlegen.

In der Mitteilung zum Quartalsergebnis wies Cryan auf die Herausforderungen hin, vor der die Bank steht: „inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist.“

Der Steueraufwand der Bank im zweiten Quartal letzten Jahres spiegelte Anpassungen bei Einkommenssteuern für vorhergehende Perioden wider. In diesem Jahr verbuchte die Bank Rechtskosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Das überstieg die Analystenschätzung von 550 Millionen Euro um nahezu das Doppelte.

Der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal lag bei 1,2 Milliarden Euro. Die Konzernerträge erhöhten sich nach Angaben der Bank um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Dabei wirkten günstige Wechselkursbewegungen unterstützend. Der zinsunabhängige Aufwand stieg um 17 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde um 39 Prozent verringert auf 151 Millionen Euro.

Im Segment Corporate Banking & Securities (CB&S) lag der Vorsteuergewinn bei 1,2 Milliarden Euro und damit um 45 Prozent höher als mit 828 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bei Deutsche AWM verbesserte sich der Vorsteuergewinn von 204 Millionen Euro auf 422 Millionen Euro. Im Segment GTB erhöhte sich der Vorsteuergewinn von 221 Millionen Euro auf 283 Millionen Euro. NCOU, die interne Bad Bank, kam auf einen Vorsteuerverlust von 909 Millionen Euro nach 590 Millionen Euro im Vorjahr.

Ihre harte Kernkapitalquote CET1 bei voller Umsetzung von Basel III gab die Bank zum 30. Juni mit 11,4 Prozent an, nach 11,1 Prozent Ende des ersten Quartals. Die Leverage Ratio nach CRD4 lag Ende März bei rund 3,6 Prozent gegenüber rund 3,4 Prozent per 31. März.

Die Aktien der Deutschen Bank haben sich in diesem Jahr um 21 Prozent verteuert. Zum Vergleich: Der Stoxx Europe 600 Banks Index kommt in dem Zeitraum auf ein Plus von 17 Prozent.

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