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Gigantischer Schuldenberg
Wie viel Miese können die USA noch machen?
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Gigantischer Schuldenberg Wie viel Miese können die USA noch machen?

Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank
Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank | Foto: Baader Bank / Marc Radke / Imago Images

 

Kann die US-Notenbank wirklich konsequent an der Preisstabilität festhalten? Auch in puncto Verschuldung scheint Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Washington finanziert die grüne Transformation der Wirtschaft mit fast 740 Milliarden Dollar auf Pump. Der Militärapparat verschlingt ohnehin jedes Jahr mehr Geld. Seit der Corona-Pandemie regnet es in Amerika so viel Schulden-Geld vom Himmel wie im Märchen Brei

 

 

 

Ohne Zweifel waren die Finanzzeiten seit 2010 herrlich. Niedrige und sogar negative Realzinsen luden geradezu ein, immer mehr Schulden zu machen, um das Wahlvolk freundlich zu stimmen und das Land gegen alle bösen Feinde abzuschirmen. Amerika hat sich nicht zweimal bitten lassen.

Nach der Schulden-Trunkenheit kommt jetzt der böse Zins-Kater

Die Kehrseite der Medaille ist eine US-Staatsverschuldung, die im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung bereits bei 122 Prozent liegt, obwohl doch die Konjunktur gut läuft und die Steuereinnahmen fließen. Das im September abgelaufene Geschäftsjahr haben die USA mit einem Haushaltsdefizit von fast 1,7 Billion Dollar abgeschlossen. Seit dem Ausbruch von Covid-19 im ersten Quartal 2020 bis heute – also innerhalb von dreieinhalb Jahren – sind die amerikanischen Staatsschulden um mehr als 10 Billionen Dollar gestiegen. Für die vorhergehenden 10 Billionen brauchte man noch fast 10 und davor fast 20 Jahre.

Mittlerweile geht die amerikanische Staatsverschuldung in die Exponentialfunktion über.

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Grafik 1: Verschuldung in den USA

US-Verschuldung

Doch aufgrund der ungewohnt restriktiven US-Geldpolitik, mit der die Teuerung bekämpft wird, muss Amerika einen immer größeren Anteil seines Haushalts für Zinszahlungen ausgeben. Auch hier ist eine Exponentialfunktion klar erkennbar. Perspektivisch wird der Schuldendienst der USA als Anteil am Haushalt von acht Prozent 2019 auf 14 Prozent im Jahr 2028 steigen.

Grafik 2: Zinszahlungen auf US-Staatsverschuldung

Zinszahlungen auf US-Staatsverschuldung

Und leider können die USA auf die Inflation als Entschuldungsfaktor nicht mehr zählen. Die Kreditzinsen sind mittlerweile real positiv.

 

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