Man hört allerdings immer häufiger, dass auch etablierte Banken Anstrengungen unternehmen, sich im Fintech-Bereich zu positionieren – über Zusammenarbeit oder eigene digitale Entwicklungen – oder die Unterstützung von Start-ups, die nützlich für das eigene Geschäft sein könnten.

Reiner: Es gibt viele Projekte der großen, etablierten Banken. In der Beteiligung an Start-ups ist die Commerzbank wohl die aktivste unter den Banken. Was Investments angeht. Bei der Deutschen Bank ist mir kein einziges Investment bekannt. Die betreiben eher den Ansatz: Mal schauen.

Merken Sie auf dem Fintech-Markt jetzt schon eine Konsolidierung? Oder kommen immer wieder neue Unternehmen hinzu?

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Reiner: Wir gehören sicher zu den frühen und zu den führenden Anbietern. Aber es kommen noch neue hinzu. Wir reden ja über einen Markt, der in Deutschland von über 50.000 unabhängigen Anlageberatern bedient wird. Dazu noch von 700 Vermögensverwaltern und 800 Banken. Wenn nicht noch Raum wäre für ein paar digitale Geldanlage-Anbieter, würde mich das sehr wundern. Zumal ja viel Liquidität noch brachliegt. Eine Konsolidierung sehe ich erst kommen, wenn der Markt gesättigt ist und wir vielleicht in einem Bereich von 10 bis 50 Milliarden verwaltetem Vermögen bei digitalen Anbietern angekommen sind.

Sie haben im vergangenen Jahr gesagt, dass Sie 2017 bei verwalteten Mitteln die 100-Millionen- und 2019 die Eine-Milliarde-Marke knacken wollen. Liegen Sie gut im Zeitplan?

Reiner: Wenn man das Wachstum so hochzieht und die Internationalisierung hinzunimmt, mache ich mir da relativ wenig Sorgen. Ich würde sogar sagen, dass meine damalige Einschätzung eher konservativ war.

Stichwort Regulierung: Fintech-Unternehmen wird oft vorgeworfen, dass sie regulatorische Schlupflöcher nutzen, weil das digitale Thema vom Gesetzgeber nicht mitbedacht wurde.

Reiner: Es wird viel drüber gesprochen und der Eindruck erweckt, Fintechs würden es mit der Regulierung nicht so genau nehmen. Oder dass das Modell der Regulierung widersprechen würde. Dabei sind wir dem genauso unterworfen. Mir ist auch in Deutschland kein Bereich bekannt, der unreguliert wäre. Entweder sind es Modelle, die als Anlageberatung oder die als Vermögensverwaltung laufen. Aktuell arbeiten wir unter 34f-Lizenz, sind aber mit der Bafin trotzdem in Kontakt.

Sobald Sie ein digitales Geschäftsmodell betreiben, sind Sie den Gesetzen des digitalen Fernabsatzes oder sonstiger Internetgesetzgebung unterworfen. Wer dagegen verstößt, bekommt sehr schnelle ein Schreiben: entweder direkt von den Behörden oder von einem Wettbewerber in Form einer Abmahnung. Das ist ganz typisch in der Industrie.