Wir sind im Alltag oft von vielen Marken umgeben, manche davon begleiten uns ein Leben lang. Denn je länger wir die Produkte bestimmter Hersteller nutzen, desto mehr vertrauen wir ihnen. Deshalb kaufen wir im Supermarkt immer wieder dieselben Artikel. In unserem Einkaufswagen finden sich häufig die gleichen Marken von Lebensmitteln, Getränken, Waschmitteln, Windeln, Zahnpasta, Schokolade oder Zigaretten wie in der vorangegangenen Woche. Denn wir fühlen uns „unseren“ Marken und Unternehmen verbunden. Eine starke Marke, die die Konsumenten langfristig begeistert, ist ein wichtiger Qualitätsindikator und somit das kostbarste Gut einer Firma. Unternehmen mit starken Marken haben meist eine hervorragende Position am Markt, die auf verschiedenen Faktoren wie Qualität, Innovation, Vertrauen und Kundenbindung beruht.
Vertrauen aufbauen: starke Marken als Schlüssel zur tiefen Bindung mit Konsumenten
Darüber hinaus bieten starke Marken einen emotionalen Mehrwert, der über die reinen Produkte und Dienstleistungen hinausgeht. Sie helfen, eine tiefe und persönliche Bindung zu den Konsumenten aufzubauen. Der gute Ruf und das Vertrauen, das starke Marken genießen, ermöglichen es, neue Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen und von Anfang an mit positiven Attributen zu versehen.
Wenn die Wirtschaftslage unsicher ist, bevorzugen auch Investoren Unternehmen, die sich durch robuste Finanzdaten und krisenfeste Geschäftsmodelle auszeichnen. Unternehmen mit starken Marken, die eine gute Marktposition haben und über zuverlässige Geldströme verfügen, sind daher sehr begehrte Anlageobjekte.
So können Marken entstehen
Die Steigerung des Bekanntheitsgrades einer Marke ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Im Folgenden sind einige Parameter aufgeführt, die die Markenwahrnehmung fördern:
- Influencer Marketing: Die Zusammenarbeit mit Influencern ermöglicht es, eine Marke authentisch zu präsentieren und Vertrauen, gerade bei jungen Zielgruppen aufzubauen.
- Suchmaschinenoptimierung (SEO): Die Optimierung der Website für Suchmaschinen verbessert die Online-Präsenz und zieht mehr potenzielle Kunden an.
- Partnerschaften: Kooperationen mit anderen Unternehmen können neue Märkte erschließen und die Markenbekanntheit durch gemeinsame Aktionen steigern.
- Soziale Medien: Eine aktive Präsenz in sozialen Netzwerken ermöglicht es, eine persönliche Beziehung zu den Kunden aufzubauen und die Marke im Gespräch zu halten.
- Bezahlte Werbung: Gezielte Werbekampagnen, sei es online oder offline, können die Markenbekanntheit schnell und effektiv steigern.
- Markenverpackung: Eine einzigartige und ansprechende Verpackung kann dazu beitragen, dass Produkte im Gedächtnis bleiben und die Markenidentität stärken.
- Empfehlungsprogramme: Bestehende Kunden können zur aktiven Weiterempfehlung der Marke durch die Einführung von Empfehlungssystemen motiviert werden.
- Humor: Eine Prise Ironie in der Markenkommunikation kann Sympathien gewinnen und die Marke vom Wettbewerb differenzieren.
Anleger, die in starke Marken investieren wollen, können sich unter anderem für Konsumgüter-ETFs entscheiden. Dabei musste man bisher jedoch zwischen zwei Arten von ETFs wählen.
Lebensnotwendig oder Luxus? ETFs für verschiedene Konsumbereiche
- Xtrackers MSCI World Consumer Staples ETF: Dieser ETF konzentriert sich auf Unternehmen im Bereich der Basiskonsumgüter. Dazu gehören Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Getränke, Haushalts- und Körperpflegeprodukte. Investoren, die auf eine stabile Nachfrage nach Grundbedürfnissen setzen möchten, könnten sich für diesen ETF entscheiden.
- Xtrackers MSCI World Consumer Discretionary ETF: Im Gegensatz dazu bündelt dieser ETF Unternehmen im Bereich zyklischer Konsumgüter. Hierzu gehören Produkte und Dienstleistungen, die als nicht unbedingt notwendig gelten und eher von den persönlichen Präferenzen der Verbraucher abhängen. Dazu zählen beispielsweise Unterhaltungselektronik, Bekleidung und Reisen. Investoren, die auf die Bereitschaft der Verbraucher setzen, in nicht essenzielle Güter und Dienstleistungen zu investieren, könnten diesen ETF in Betracht ziehen.
Brand Power: Legal & General's ETF setzt auf 80 Top-Marken
Der von Legal & General Investment Management (LGIM) verwaltete L&G Global Brands ETF verfolgt eine andere Strategie als herkömmliche ETFs im Konsumgüterbereich. Seit seiner Auflegung am 21. September 2023 bietet er Anlegern die Möglichkeit, in rund 80 Aktien von Unternehmen zu investieren, die über einen hervorragenden Ruf als Marke verfügen. Die Branchenzugehörigkeit ist dabei zweitrangig. Im Vergleich zu den rund 1.500 Unternehmen des MSCI World Index sind die Top 100 Marken des Basisindex deutlich profitabler. In den Jahren 2016 bis 2022 erzielten diese marktführenden Unternehmen eine um durchschnittlich 19 Prozent höhere Eigenkapitalrendite als die Unternehmen im viel beachteten Weltindex.
- Asset-Schwerpunkt: Aktienfonds Welt
- Auflegung: 27. September 2023
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondsgesellschaft: LGIM Managers (Europe) Limited
- ISIN: IE0007HKA9K1
- Performance YTD: 1,26 Prozent
- Performance 3 Monate: 5,37 Prozent
- Sum. lfd. Kosten: 0,39 Prozent
Langfristiger Erfolg: Besser als der MSCI World seit Indexberechnung im Jahr 2017
Der zugrunde liegende Index basiert auf der Expertise des britischen Unternehmens Brand Finance, das Markenwerte anhand von Kriterien wie Markeninvestitionen oder Ertragserwartungen bewertet. Der Schwerpunkt des ETF liegt mit 77 Prozent der Aktien auf den USA, jeweils vier Prozent entfallen auf deutsche und französische sowie drei Prozent auf japanische Aktien. Zu den größten Positionen im ETF zählen derzeit Microsoft, Amazon, Apple, Nvidia und Alphabet, die alle die maximale Indexgrenze von fünf Prozent erreichen. Die Gewichtung der Unternehmen wird alle sechs Monate neu angepasst.
Solactive Brand Finance Global Brands Index seit Auflage:
Die Effektivität der Markenstrategie wird im Vergleich zum MSCI World Index deutlich. Seit Auflegung im April 2017 hat der Solactive Brand Finance Global Brands Index den MSCI World um rund 20 Prozentpunkte übertroffen. Legal & General Investment Management (LGIM) berechnet eine jährliche Gebühr von 0,39 Prozent, Dividenden werden automatisch reinvestiert.
