Der Weltraum ist längst kein Feld mehr, das allein staatlichen Behörden vorbehalten ist. Private Firmen mischen kräftig mit, die Kosten für Raketenstarts sinken, und die Nachfrage nach Satellitendiensten zieht an. Genau auf diese Entwicklung zielt ein neuer börsengehandelter Indexfonds: Global X ETFs Europe hat den Global X Space Tech ETF (ISIN: IE000W4A2Q38) aufgelegt. Der Fonds ist an der Londoner Börse und an der Deutschen Börse Xetra notiert.
Was im ETF steckt
Der Space Tech ETF bündelt Aktien von Unternehmen, die vom Vorankommen der globalen Raumfahrtwirtschaft profitieren könnten. Dazu zählen Firmen aus der Satellitenkommunikation, dem Bau von Trägersystemen, der Weltrauminfrastruktur und dem Raumtransport sowie weitere Technologien, die die kommerzielle Nutzung und die Erforschung des Alls voranbringen.
Als Referenz dient der Mirae Asset Space Tech Index. Der umsatzbasierte Index verfolgt einen sogenannten Pure-Play-Ansatz: Aufgenommen werden nur Firmen aus Industrie- und Schwellenländern, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit weltraumbezogenen Geschäften erzielen. Erfasst sind unter anderem Raketenstarts, wiederverwendbare Trägersysteme, Satellitenkommunikation und Datendienste, Weltraumtechnologien und -komponenten sowie Weltraumtransport, -tourismus und -erkundung. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) des ETFs liegt bei 0,50 Prozent.
Warum gerade jetzt
„Die Raumfahrtwirtschaft nähert sich einem Wendepunkt“, sagt Andrew Ye, thematischer Investmentstratege bei Global X ETFs Europe. Sinkende Startkosten und die zunehmende Beteiligung privater Firmen vergrößerten den erschließbaren Markt und erweiterten das Spektrum kommerzieller Anwendungen. Da der Zugang zur Raumfahrt erschwinglicher werde, eröffneten sich laut Ye Anwendungen in immer mehr Branchen und Geschäftsmodellen – über die klassischen Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsunternehmen hinaus.
Der Space Tech ETF sei entwickelt worden, um Anlegern einen gezielten, fokussierten Zugang zu dem Thema zu bieten, sagt Gea Blumberg, Leiterin der Geschäftsentwicklung bei Global X ETFs Europe. Im Mittelpunkt stünden Firmen, bei denen das Weltraumgeschäft einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells ausmache und nicht bloß eine ergänzende Einnahmequelle sei.
Ein noch kleines Feld
Reine Raumfahrt-ETFs ohne Defence-Fokus sind in Europa bislang rar. Neben Blackrock mit dem iShares Space Technologies ETF (ISIN: IE000A9G9R73) und Vaneck mit dem Space Innovators ETF (ISIN: IE000YU9K6K2) reiht sich nun Global X in ein noch überschaubares Feld ein. Rückenwind bekam die Branche zuletzt vom bislang größten Börsengang der Geschichte: Am 12. Juni ging Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX an die Technologiebörse Nasdaq und nahm rund 75 Milliarden US-Dollar ein. Die Aktie legte am ersten Handelstag um 19 Prozent zu, die Bewertung kletterte über 2 Billionen US-Dollar.
Anleger sollten allerdings das hohe Risiko solcher Themenfonds im Blick behalten. Der Weltraumsektor schwankt stark: Beim vergleichbaren Vaneck Space Innovators ETF lag die Schwankungsbreite zuletzt bei mehr als 50 Prozent im Jahr.
