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Globale Aktien Eine Rezession ist 2020 unwahrscheinlich

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Bewertungsabstand zwischen Aktien so groß wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr

Wir suchen zum einen bevorzugt nach Chancen in Unternehmen, die in ihrer jeweiligen Branche innovativ sind, und zum anderen nach unpopulären Substanzwerten. Bei innovativen Unternehmen handelt es sich in der Regel um Ertragsbringer, die ihre Produktivität stetig erhöhen und den Anlegern längerfristiges Wertsteigerungspotenzial bieten können. Die Innovationen beschleunigen sich nicht nur, was eine größere Auswahl möglicher Anlageoptionen eröffnet, sondern sie weiten sich außerdem über die Sektoren hinweg aus: vom Gesundheitswesen über die Industrie bis hin zu den Sektoren Finanzen und Konsum.

Grafik: Die jüngste Underperformance bei Substanzwerten ist mit der Tech-Blase vergleichbar

Quelle: FactSet, MSCI

Das Anlegen in Substanzwerten ist seit zehn Jahren außer Mode, weil die Anleger sich angesichts langsamen Wirtschaftswachstums, technologischer Innovationen, eines geringen Inflationsdrucks und niedriger Zinsen vorrangig für Wachstumswerte interessieren. In der Vergangenheit gab es nur drei nennenswerte Phasen, in denen sich Substanzwerte schlechter entwickelten als Wachstumswerte: in den 1930er Jahren, im Vorfeld der Dotcom-Krise in den 1990er Jahren sowie in den vergangenen zehn Jahren.

Die Folge der Substanzwerte-Abstinenz: Der Bewertungsabstand zwischen teuren und billigen Aktien ist inzwischen so groß wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Offensichtlich sind die Anleger gewillt, für wachsende oder auch stabile Erträge (am KGV gemessen) hohe Preise zu zahlen. Wann immer sich die Streuung der Bewertungskennzahlen von Aktien jedoch plötzlich verstärkte, war dies in der Vergangenheit ein Anzeichen für eine bessere Wertentwicklung bei Aktien mit niedrigerem KGV im Vergleich zu Titeln mit höherem KGV.

Schwellenländer chancenreicher als Industrieländer

Wir erkennen Aufwärtspotenzial bei Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. In den Schwellenländern haben wir vier wichtige langfristige Themen im Blick:

  • strukturelles technologisches Wachstum in allen Teilen der Wirtschaft
  • zunehmende Konsumausgaben durch eine wachsende Mittelschicht
  • von lokalem Wachstum profitierende Small Caps aus Schwellenländern
  • Unternehmen mit besserer Corporate Governance und guten oder sich verbessernden Umweltkennzahlen

Insgesamt halten wir die Schwellenländer für attraktiver als die Industrieländer. Für 2020 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) den Schwellenländern ein Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent, während die Industrieländer mit einem Drittel davon (1,7 Prozent) auskommen müssen.

Und in dem Maße, wie die US-Notenbank (Federal Reserve) einen moderateren geldpolitischen Kurs einschlägt, ergreifen die Schwellenländer expansive Maßnahmen zur Stimulierung ihrer Wirtschaft. Zudem werden die Schwellenmärkte gemessen an den Bewertungen unter ihrem langfristigen durchschnittlichen Abschlag gegenüber den Industrieländern gehandelt, obwohl sich Cashflow und Dividendenrenditen verbessern und die Unternehmen ihren Verschuldungsgrad senken.

So erkennen wir Chancen in Brasilien, wo die Rentenreform angegangen wird. In Indien begünstigt die Senkung der Körperschaftsteuer Investitionen. In Südostasien nehmen die Konsumausgaben zu und es ergeben sich Vorteile durch die Verlagerung des Handels weg aus China.

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