Trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds erreichen die großen Aktienindizes weiterhin Rekordhöhen. Jenseits der Euphorie sind die Fundamentaldaten jedoch nach wie vor solide. Bestimmte geografische Regionen könnten sogar für positive Überraschungen sorgen.

Solide Gewinne als treibende Kraft

Die wichtigsten globalen Aktienindizes befinden sich nahe an ihren Höchstmarken. Der Widerspruch ist eklatant: Wie können die Märkte weiter steigen, wenn geopolitische Spannungen, hohe Zinsen sowie Handels- und bewaffnete Konflikte die Wirtschaft belasten?

 

Die Unternehmensgewinne machen es möglich. In den USA sind die Gewinne pro Aktie der großen Tech-Unternehmen mit einem Plus von 500 Prozent in fünf Jahren geradezu explodiert (Grafik). Dieser Trend beschränkt sich jedoch nicht nur auf die „Glorreichen Sieben“. Auch der Rest des US-Aktienmarkts weist – ebenso wie globale und europäische Aktien – Zuwächse zwischen 80 und 110 Prozent auf. Die Gewinndynamik ist also definitiv vorhanden.

Quelle: Carmignac, Bloomberg, Juli 2025. Daten basierend auf den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate.

Relative Euphorie

Eine nicht nur oberflächliche Betrachtung der weltweiten Aktienindizes zeigt bemerkenswerte Unterschiede. Wenngleich die rasante Gewinnentwicklung der US-Tech-Giganten unbestritten ist, ergibt sich bei genauerer Betrachtung ein differenzierteres Bild: Abseits der Glorreichen Sieben hat auch der restliche US-Aktienmarkt ein solides Gewinnwachstum verzeichnet, allerdings weitaus weniger spektakulär.

Noch überraschender ist, dass Aktien aus Europa und anderen Märkten außerhalb der USA häufig einen stärkeren Anstieg der Gewinne pro Aktie verzeichneten als der S&P 500 ohne die Tech-Stars. Doch trotz dieser starken fundamentalen Performance sind sie immer noch wesentlich niedriger bewertet, und zwar um etwa 25 Prozent.

Dieses Gefälle verdeutlicht ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen Fundamentaldaten und Bewertungen und spricht für eine Neubewertung der Anlagemöglichkeiten außerhalb der USA. Diese Diskrepanz, bei der es sich keineswegs um eine Anomalie handelt, könnte eine strategische Chance für Anleger darstellen, die nach nachhaltigem Wachstum zu vernünftigen Preisen suchen. Dies gilt insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich die haushaltspolitische Lage in Europa und Asien bessert, während die USA zunehmend mit Problemen zu kämpfen haben.

Positives Überraschungspotenzial

Die Märkte rechnen in erster Linie in den USA mit einer weiteren ertragsstarken Saison mit deutlich besseren Ergebnissen als im Rest der Welt. Das Potenzial für positive Überraschungen ist allerdings äußerst hoch. Bereits vor fünf Jahren ging der Konsens von einer Führungsposition der USA mit Blick auf das Gewinnwachstum aus. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, wenn man Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM) außer Acht lässt.

Aktuell deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass die Karten neu gemischt werden könnten. In Deutschland nehmen die geplanten staatlichen Investitionen, insbesondere im Infrastrukturbereich, an Fahrt auf. In Asien mehren sich die Anzeichen für eine Erholung: In Macao haben die Casinos einen Anstieg der Besucherzahlen um 20 Prozent verzeichnet und am chinesischen Immobilienmarkt geht es bergauf. Die Regierungen scheinen gewillt, die Konjunktur wieder anzukurbeln.

Den USA könnte hingegen eine Flaute bevorstehen. Die Folgen der protektionistischen Maßnahmen sind bereits spürbar, während die positiven Auswirkungen neuer Staatsausgaben nicht vor 2026 erwartet werden. Da die Fed angesichts der Spannungen auf dem Arbeitsmarkt wachsamer denn je ist, wird auch die geldpolitische Unterstützung begrenzt bleiben.

Zwei mögliche Schwerpunkte für die Portfolioallokation

In diesem Zusammenhang bieten sich für Anleger zwei mögliche Schwerpunkte für die Portfolioallokation. Zum einen sind die amerikanischen Tech-Giganten im Zuge der Euphorie um die künstliche Intelligenz wieder attraktiver geworden. Sie liefern weiterhin robuste Fundamentaldaten (Margen, Cashflows, Aussichten), die sowohl Performancepotenzial als auch Widerstandsfähigkeit in Zeiten hoher Zinsen gewährleisten.

Zum anderen gestehen wir Aktien aus dem Rest der Welt einen höheren Stellenwert zu: Wir sind der Ansicht, dass die Märkte außerhalb der USA nach wie vor unterbewertet und in den Portfolios unterrepräsentiert sind und dass ihr Potenzial unterschätzt wird. Weil sie von einer kurzfristig günstigeren makroökonomischen Dynamik profitieren, stehen die Chancen auf positive Überraschungen gut.

Weder optimistisch noch pessimistisch, sondern realistisch

Anleger sind oft zwischen Vorsicht und Begeisterung hin- und hergerissen. Doch angesichts der hohen Bewertungen und Erwartungen in den USA und der Anzeichen einer Trendwende auf globaler Ebene ist rationales Kalkül das Gebot der Stunde. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Fragmentierung der Weltwirtschaft liegen die Chancen möglicherweise gerade dort, wo man sie am wenigsten vermutet.

Disclaimer:

Dies ist eine Werbemitteilung. Dieser Artikel darf ohne die vorherige Genehmigung der Verwaltungsgesellschaft weder ganz noch in Teilen vervielfältigt werden. Es stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageberatung dar. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen können unvollständig sein und ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Bezugnahme auf bestimmte Werte oder Finanzinstrumente dient als Beispiel, um bestimmte Werte, die in den Portfolios der Carmignac-Fondspalette enthalten sind bzw. waren, vorzustellen. Hierdurch soll keine Werbung für eine Direktanlage in diesen Instrumenten gemacht werden, und es handelt sich nicht um eine Anlageberatung. Die Verwaltungsgesellschaft unterliegt nicht dem Verbot einer Durchführung von Transaktionen in diesen Instrumenten vor Veröffentlichung der Mitteilung. Die Portfolios der Carmignac-Fondspalette können ohne Vorankündigung geändert werden.