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Weihnachtsshopping in New York City: Sowohl in den USA als auch in Asien und Europa ist die Kauflaune der Verbraucher weiterhin gut. | © Getty Images Foto: Getty Images

Globale Aktienmärkte

Das Value-Comeback rückt näher

Die globalen Aktienmärkte haben sich im Verlauf des Jahres 2019 von der kurzen Phase der Zinsstraffung in den USA und dem gebremsten Gewinnwachstum erholt. Zur Jahresmitte 2019 spitzten sich zwar Handelsspannungen und politische Turbulenzen in Europa zu. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) trug daraufhin aber mit ihrer geldpolitischen Kehrtwende und der erneuten Bilanzausweitung nach drei Zinssenkungen dazu bei, die Rezessionsangst im Zaum zu halten.

Konsumlaune der Verbraucher hält an

Die US-Industrie ist zwar in eine Rezession abgerutscht. Gleichzeitig ist die Kauflaune der Verbraucher weltweit ungebrochen, sodass wir für 2020 eine weiche Landung der Weltwirtschaft erwarten. Nach unserer Prognose werden die Gewinne die Talsohle verlassen und wieder steigen, nachdem sie 2019 nicht von der Stelle kamen: Für 2020 erwarten wir an den Aktienmärkten weltweit ein Gewinnwachstum von rund acht Prozent.

2020 Belebung des Gewinnwachstums in Sicht:

Quelle: Fidelity International, Oktober 2019

Suche nach Erträgen treibt Aktienrenditen in die Höhe

An den Kapitalmärkten macht sich die Aussicht auf steigende Gewinne bereits bemerkbar. Allen politischen Turbulenzen zum Trotz ist es sinnvoll, sich als Investor auf die Gewinne zu konzentrieren, da diese die Kursentwicklung mittelfristig bestimmen werden – auf Zehnjahressicht zu 80 bis 90 Prozent. Selbstverständlich sollten Anleger auch die Zinsen und Kapitalflüsse im Blick behalten. So erwarten wir ein unverändert niedriges Zinsniveau und schließen im kommenden Jahr auch weitere Zinsrückgänge nicht aus.

Nachdem Anleger 2019 viel Kapital aus Aktien abgezogen haben, rechnen wir für 2020 mit einer Erholung, gerade weil die Zinsen niedrig bleiben und ertragshungrige Anleger von den Renditen angelockt werden. In der Folge erwarten wir für das Jahr 2020 einen leichten Aufwärtstrend am Aktienmarkt. Erst wenn wir Anzeichen von Übertreibung sehen, würden wir unsere Vorsicht verstärken.

Rückbesinnung auf Value-Aktien

Die zunehmende Japanisierung führender Volkswirtschaften betrachten wir weiterhin mit Sorge. Darunter versteht man Verhältnisse, wie sie in Japan in den letzten Jahren geherrscht haben: stagnierende Wirtschaft und schwache Inflation, begleitet von einer ultralockeren Geldpolitik.

Bleiben die damit einhergehenden Zinsen über einen langen Zeitraum so niedrig, sinkt in der Folge das Wirtschaftswachstum. Zugleich schwanken die Märkte weniger, was kurzzeitig einem Anstieg der Zahlungsausfälle einen Riegel vorschiebt. Langfristig nimmt dadurch aber auch die Zahl der Zombie-Unternehmen zu, die allein durch günstige Kredite am Leben gehalten werden. Deshalb setzen wir auf Qualität und bevorzugen Unternehmen mit starken Bilanzen.

Belebt sich das Wachstum 2020 wieder, könnte es bei Anlegern zu einer Rückbesinnung auf die bislang wenig beachteten Value-Aktien und auf zyklische Werte kommen. Banken bilden hier die Ausnahme. Der Preis ihres Rohstoffs, nämlich der Zinsen, wird extrem niedrig bleiben – und könnte sogar noch weiter sinken. Damit gehören sie zu den Verlierern der Zinspolitik.

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